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mein ausland

Alte Fesseln, neue Träume - Asien in der Zwischenzeit
Freitag, 01.11.2019 12:00 Uhr
phoenix
Freitag
01.11.2019
12:00 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

ernen Herrn Chen aus Singapur kennen, der erste Garküchenbesitzer, der es geschafft hat, sich einen veritablen Michelin-Stern zu erkochen. Mit "Chicken and Rice" für umgerechnet 1 Euro 30, gebrutzelt an seinem kleinen Imbissstand, auf sechs Quadratmetern, mitten in Chinatown. Und nun? Woran denkt Herr Chen jetzt, da er doch geschafft hat, wovon Küchenchefs und Restaurantbesitzer in aller Welt träumen? An morgen früh, die tägliche Arbeit, weiter, immer weiter. Ausruhen gilt nicht.
Das tägliche Geschäft mit der schnellen Küche beschäftigt auch die Menschen in Bangkok. Ein Leben ohne Streetfood - unvorstellbar - für Einheimische und Touristen. Aber wie lange wird Thailands Hauptstadt noch sein, was sie immer war: ein kulinarischer Dschungel? Die Stadtverwaltung hat sich das Ziel gesetzt, Ordnung zu schaffen im Gewirr der Essenstände, die das liebenswert-chaotische Stadtbild seit jeher prägen. Händler bangen jetzt um ihre Existenz, fragen sich wie es weitergeht. Ordnung - das Ziel ist dasselbe, die Methoden ganz anders. In Indonesien geht die Scharia-Polizei auf Streife, um die Einhaltung von Moral und Anstand zu überwachen. Kommen sich unverheiratete Männer und Frauen zu nah, droht die Peitsche. Auch Alkohol und Glücksspiel stehen unter drakonischen Strafen. Der Polizist Evendi Latif zeigt uns gern und stolz, wie man die Peitsche richtig schwingt. Doch je mehr er erklärt, umso befremdlicher erscheint das Ganze. Verstehen und Verständnis - die Suche danach beschäftigt uns auch in Vietnam. Mit einer Gruppe von US-Kriegsveteranen fahren wir durchs Land, treffen Vietnamesen, die nicht vergessen haben, aber die den Feind von damals heute trotzdem als Freund willkommen heißen. "Wir Amerikaner müssen ihnen dafür unendlich dankbar sein", sagt uns ein Veteran. Viele der ehemaligen Soldaten sind bis heute traumatisiert. Die Reise zurück in Vietnam ist für sie auch eine Reise zu sich selbst. Auch in Indien machen wir halt - ein Land, in dem sich Asiens Widersprüche noch einmal ganz deutlich zeigen. Reich und arm, modern und veraltet, fortschrittlich und abgehängt. In diesem Land der Atomreaktoren, des High-Tech, des imposanten Wirtschaftswachstums fehlt es an Toiletten. Die Regierung hat nun ein großes Programm aufgesetzt, Millionen für den Toilettenbau. Lehrer Om ist in seinem Dorf zum Toilettenbeauftragten ernannt worden, aber er stellt fest: so einfach wird das nichts. Manches Klo wird zwar gebaut, mit Zuschüssen vom Staat, aber nie benutzt. Die Leute ziehen es vor, aufs Feld zu gehen. So wie sie es schon immer gemacht haben. Fortschritt ist also immer auch eine Frage der Perspektive.
In "mein ausland" berichten ARD- und ZDF-Korrespondenten über ihre Eindrücke, Erlebnisse und Besonderheiten in "ihren" Ländern und Regionen: Ob die langen Sandstrände von Marokko, das Lebensgefühl in Brooklyn oder der bedrohte Regenwald am Amazonas - "mein ausland" zeigt die Vielfalt der Kontinente und Länder. Auch Krisenregionen werden besucht, die politische Situation beleuchtet, die Menschen in ihrem Alltag begleitet. Die 45-minütigen Reportagen werden exklusiv für phoenix produziert. Sie bieten tiefe Einblicke in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anderer Länder und Kontinente und helfen, die politischen Ereignisse und Krisen in der Welt besser zu verstehen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 01.11.2019 um 12:00 Uhr auf phoenix.