Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Goa (Indien) - Kathedralen im Dschungel

Quelle: ARD-Pressebild

Als "glänzende Herrscherin über den Orient" bezeichneten die Portugiesen Alt-Goa, die Hauptstadt ihres indischen Überseereiches. Mit 300.000 Einwohnern war das "goldene Goa" einst größer als Lissabon oder Paris.
Doch eine Stadt Goa gibt es nicht mehr. Nur die Gotteshäuser haben die Zeiten überdauert, denn die Einwohner des gleichnamigen indischen Bundesstaates sind mehrheitlich Christen. Und dies - trotz einer, ein halbes Jahrtausend währender Schreckensherrschaft der Portugiesen.
Die Missionare zerstörten Moscheen und Tempel, die Konquistadoren beuteten das Land aus, in einem heute verfallenen Gebäude wütete die Inquisition. Schließlich schwand die Macht der Kirche, die Mönche verließen Goa. Die Kolonialmacht musste dem Nationalstaat Indien weichen.
Heute bilden die Trutzburgen des rechten Glaubens ein skurriles Ensemble mitten im Dschungel: St. Cajetan, eine verkleinerte Kopie des Petersdomes, die Kathedrale Sé, einst die größte Kirche Asiens oder St. Francis, die mächtige Kirche der Franziskaner, nun ein Museum.
Die populärste Kirche Goas, Ende des 16. Jahrhunderts erbaut, ist "Bom Jesu", der "Gute Jesus", die Basilika der Jesuiten. Sie birgt die sterblichen Überreste ihres erfolgreichsten Missionars, des Heiligen Franzis Xavier. Noch immer verehren ihn Tausende Gläubige. Denn die Reisen des Bruders Xavier wurden zur Legende und grenzen tatsächlich an Wunder. Ebenso wie Xaviers "Leben" nach dem Tod: auch Jahre später wies der Leichnam keine Spuren der Verwesung auf. Noch heute zeigt er sich recht gut erhalten - in seinem gläsernen Sarg. Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 23.09.2019 um 18:30 Uhr auf ARD-alpha.