Eine alte Bäckerei in einem engen, eher dunklen Hinterhof, auf allen Seiten bedrängt durch mehrstöckige Nachbargebäude. Das soll ein Traumhaus sein? "Ja!", sagen die Bauherren, Ines und Stefan Holzfurtner, ein junges Münchner Architektenpaar mit zwei Kindern, "denn wir wollten uns ein eigenes Haus bauen und trotzdem wie bisher mitten in der Stadt wohnen. Ein Haus in einem sterilen Neubaugebiet am Stadtrand mit täglichem Pendeln zu Kindergarten und Arbeitsplatz kommt für uns nicht in Frage."
Und so haben sie das heruntergekommene Rückgebäude saniert und nach ihren Vorstellungen umgestaltet. Viele Freiheiten hatten sie dabei nicht, mussten sich den Gegebenheiten unterordnen. So sind beispielsweise die Schlafräume nicht wie üblich in der obersten Etage untergebracht, sondern im ersten Stock. Der hellere zweite Stock und das Dachgeschoss beherbergen Küche, Ess- und Wohnraum sowie eine große Dachterrasse.
Beengt ist es schon, so dicht an dicht mit den Nachbarn. Andererseits ist hier, direkt an einer der Hauptverkehrsadern, eine ruhige Hinterhof-Oase entstanden. Im Vordergebäude befindet sich nach wie vor ein Bäckerladen, ein Supermarkt ist direkt nebenan, der Kindergarten kann bequem zu Fuß erreicht werden. Und noch einen Vorteil hat die Lage: Die beiden Architekten konnten im Erdgeschoss ein großes Büro und Arbeitsatelier einrichten.
Bauen im Bestand, Verdichtung im innerstädtischen Raum statt Flächenfraß und Pendlerstress, die Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten, das sind zentrale städteplanerische Aufgaben. Dieses Traumhaus ist ein gelungenes Beispiel für modernes urbanes Wohnen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 08.04.2019 um 14:45 Uhr auf RBB.