Hofgeschichten

Quelle: ARD-Pressebild

Im Norden gibt es mehr als  50.000 Bauernhöfe - und jeder hat seine eigene Geschichte. Von der Bio-Apfelbäuerin im Alten Land bis zum konventionellen Geflügelhalter in Friesland erzählt die NDR-Reportage-Reihe "Hofgeschichten" vom bäuerlichen Alltag, von Typen, Tieren und Treckern. Mit den "Hofgeschichten" können die Zuschauerinnen und Zuschauer den Alltag auf fünf verschiedenen Bauernhöfen miterleben. Sie sehen, wie die Jahreszeiten die Arbeit bestimmen, lernen das Leben auf den Höfen von Woche zu Woche besser kennen und begleiten die Landwirte und Landwirtinnen durch Höhen und Tiefen - bei Ernte, Tierzucht und Familienleben. Die Geschichten spielen auf großen, kleinen, konventionellen und Bio-Höfen in ganz Norddeutschland.

Diese Höfe sind dabei:

Stolpe in Schleswig-Holstein: Matthias Stührwoldt stellt sich mit seiner Frau und den fünf Kindern den Herausforderungen eines Bio-Milchviehbetriebs mit etwa 100 überwiegend Schwarzbunten. Seine zweite große Leidenschaft ist es, in Büchern und auf der Bühne von seinem Leben als Landwirt zu erzählen. Damit bringt er regelmäßig sein Publikum zum Lachen.

Uptloh in Niedersachsen: Hof Bröring ist ein Viergenerationen-Betrieb im Landkreis Cloppenburg. 400 Sauen und 2.000 Ferkel, dazu rund 55.000 Hähnchen und Ackerbau - gearbeitet wird auf dem konventionellen Hof seit 1845. Sohn Hendrik (30) trägt die Hauptverantwortung für den Sauenstall und die Hähnchenmast. Vater Gerd kümmert sich um die Schweinemast und die Ferkelaufzucht, Mutter Monika ist für den sogenannten Abferkelbereich zuständig. "Ich bin stolz darauf, wie sich unser Hof entwickelt hat", sagt Hendrik, "die Leistungen im Sauenstall sind hoch." Trotzdem macht ihm das Image seines Berufes auch zu schaffen. "Anscheinend wissen 80 Millionen Deutsche besser, wie ich meine Arbeit zu machen habe", so der Junglandwirt. Niedrige Preise, Kastrations- und Schwanzkupier-Verbot stellen den Betrieb derzeit vor große Herausforderungen.

Insel Öhe in Mecklenburg-Vorpommern: Mathias Schilling ist Rinderbauer auf der idyllischen Privatinsel Öhe. Wie viele Landwirte muss er auf mehrere Standbeine setzen. Von seinen zweihundert Gourmetrindern allein kann der Landwirt seinen Betrieb nicht halten.  Also pendelt er zwischen Weide, dem eigenen Restaurant und den Gästen seiner Ferienwohnungen in Schaprode.

Altes Land in Hamburg: Birgit Mählmann ist Obstbäuerin, ihr reetgedeckter Hof ist seit 1779 in Familienbesitz. Die 18 Hektar Land bewirtschaftet Mählmann nach den hohen Qualitätsansprüchen des Demeter-Standards. Sie setzt hauptsächlich auf Äpfel, aber auch auf Süßkirschen, Pflaumen, Rhabarber, Erdbeeren und Johannisbeeren, die sie auch auf Hamburger Wochenmärkten verkauft.

Seevetal in Niedersachsen: 20 Jahre lang war Günter Garbers Wanderschäfer und zog mit 1000 Tieren durch die Lüneburger Heide. Er lebte vom Schlachten und vom Fleischverkauf. Dann kam die Wende: Er beschloss, keine Tiere mehr zu töten und kämpft heute oft auch mit unkonventionellen Rettungsmethoden für das Leben von Nutztieren. Sein Ziel: Immer mehr Menschen zum Umdenken zu bewegen.

Im Norden gibt es zwar noch viele Bauernhöfe. Doch ihre Anzahl ist rückläufig. Wachsen oder weichen? Weiter konventionell arbeiten oder auf Bio umsteigen? In einen Hofladen investieren? Die "Hofgeschichten" dokumentieren diese Veränderungsprozesse und geben ihnen mit der Serie mehr Raum. So ergibt sich beispielhaft ein spannender Blick hinter die Kulissen eines großen norddeutschen und für die Gesellschaft wichtigen Wirtschaftszweiges.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 15.03.2019 um 18:15 Uhr auf NDR.