t dadurch mit anderen Frauen in Kontakt und fühlt sich gleichberechtigt. Denn sonst arbeitet Gloria auf dem Feld und züchtet Meerschweinchen. In Perus Anden wird fast alles händisch gemacht; Traktoren und Maschinen gibt es nicht. Bei der Kartoffelernte wird jede einzelne Knolle gebückt aus der Erde geholt. Trotz der dünnen Luft auf 3.800 Meter Höhe haben die Cholitas kein spezielles Konditionstraining. Auch das Spiel verläuft völlig chaotisch. Es gibt keine Tore, keine Markierungen, keinen Rasen: Gespielt wird auf Grasnarben. Mittlerweile akzeptieren auch die Männer den Frauenfußball. Denn die Frauen haben sich Rechte erkämpft - im Alltag und auf dem Fußballfeld. Davon ist auch María Angélica Ramos überzeugt. Sie ist seit 49 Jahren Fußballtrainerin. Man nennt sie in Lima, Perus Hauptstadt, nur "La Vieja", "die alte Dame". Die 92-Jährige trainiert den Fußballnachwuchs im América Mini Sporting Club in Lima - ehrenamtlich und ohne einen Cent Gehalt. Fußball ist ihre Leidenschaft - aber auch eine Art Therapie. Denn Maria Angelica lebt allein, hat keine Kinder und keine Angehörigen. Ihre Familie sind die mehr als 1.000 Kinder, die bis dato von ihr ausgebildet wurden. "Ich möchte auf dem Fußballfeld sterben", sagt die alte Dame allen Ernstes. "Nur Gott weiß wo, aber ich spüre, dass es auf einem Fußballfeld sein wird." ARD-Korrespondent Matthias Ebert aus dem Studio Rio de Janeiro wirft einen Blick in die exotische Welt des peruanischen Frauenfußballs.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 05.03.2019 um 17:15 Uhr auf PHOENIX.