

Hilgenroth liegt oben auf dem Westerwald, nicht weit entfernt von Altenkirchen. Erstmals erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1428 - als "Heiligenrode". Heute zählt Hilgenroth gut 300 Einwohner. Menschenmassen, die sich auf der Hauptstraße drängen - das ist lange her. Hilgenroth war einmal das Lourdes des Westerwaldes - vor gut einem halben Jahrtausend. Das Bild der "Himmelskönig", der Mutter Gottes, erinnert in der Kirche noch an diese Zeiten. Doch längst ist die Kirche nach der Reformation evangelisch geworden - und so hat Pfarrer Hans-Jürgen Volk auch die Himmelskönigin geerbt. Ein Heiligenbild in einer evangelischen Kirche - das kommt nicht oft vor. Doch der evangelische Pfarrer findet das positiv. Er sagt: "Als evangelische Gemeinde müssen wir lernen, mit der Figur der Maria umzugehen. Bei uns ist sie eben auch ein Zeichen der Ökumene".
Brunhilde Winkler ist in Hilgenroth geboren. Sie hat miterlebt, wie sehr sich das Dorf in den letzten fünf Jahrzehnten verändert hat. Sie weiß noch, wo früher der Dorfladen von Tante Alwine war. Vor allem in der Hauptstraße hat sich viel verändert. Auch die große Gaststätte Sonnenhof gibt es nicht mehr. Heute dient das Gebäude als Bürgerhaus, in dem sich die Vereine treffen.
Schreinermeister Manfred Schumacher ist längst im Ruhestand. Er arbeitet nur noch, was ihm Spaß macht. Zum Beispiel Möbelrestaurieren für Freunde. Oder Bollerwagen bauen für die Kita. Geld verdienen will er damit nicht, alle Einnahmen spendet er für gute Zwecke im Dorf.
Hans-Erich Schumacher ein paar Häuser weiter ist Schlosser - doch nach Feierabend geht mit ihm des Öfteren die Fantasie durch. Vögel, Katzen, Radfahrer - viele unterschiedliche Skulpturen hat er geschaffen aus ganz banalem Schrott. Ihm ist es einfach zuwider, dass viele Sachen weggeworfen werden. Mit den Skulpturen will er auch ein wenig provozieren. Er möchte die Leute zum Nachdenken bringen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 03.03.2019 um 18:05 Uhr auf SWR.