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Bahnhofskathedralen - Europas Reise-Paläste

Paris
Montag, 26.11.2018 18:35 Uhr
arte
Montag
26.11.2018
18:35 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Er ist einer der bedeutendsten Bahnhöfe Europas und der jüngste der großen Pariser Bahnhaltestellen: Als sich Frankreichs Hauptstadt auf die Weltausstellung von 1900 vorbereitet, wird gebaut. Die Eisenbahngesellschaft PLM ergreift die Gelegenheit und baut den Gare de Lyon - einen stolzen Prunkbau im Belle-Epoque-Stil.

So entstand ein Monument der Eisenbahnarchitektur mit einer 100 Meter langen, von Allegorien gezierten Fassade und einem 64 Meter hohen Uhrenturm, einer Kopie des Londoner Big Ben. Gleichzeitig zur Weltausstellung von 1900 entstanden das Grand Palais, das Petit Palais, die Brücke Alexandre III., sowie der Gare d'Orsay.

Im Bahnhofsinneren befindet sich noch heute das Restaurant "Le Train Bleu". Zwei Marmortreppen führen in den prunkvollen Speisesaal, in dem 41 Gemälde von 30 Künstlern hängen, auf denen die schönsten Landschaften Frankreichs zu sehen sind. Die PLM besaß damals das größte Eisenbahnnetz der Welt: ein Imperium mit luxuriösem Image.

Unweit liegt der Gare du Nord, eine weitere Haltestelle des ehemaligen Luxuszuges "Train Bleu" auf dem Weg nach Cannes und der zweitälteste und größte Bahnhof von Paris. 23 Statuen berühmter Bildhauer schmücken die 180 Meter lange Prunkfassade.

Von Paris aus gelangt man mit dem Zug auch nach Nantes - die Heimatstadt Jules Vernes. Regisseur Jeremy J.P. Fekete reist in die Stadt nahe dem Atlantik zu den großen Werfthallen auf der Ile de Nantes. Dort, wo vor nicht allzu langer Zeit noch Schiffe gebaut wurden, entstehen heute erstaunlich lebendige, verblüffend monumentale Maschinentiere. Diese Kathedralen des Verkehrs mit ihren Perrons, Gleisen, Fahrkartenschaltern und riesigen mechanischen Uhren erfuhren unlängst eine Renaissance: Von außen geliftet und von innen verjüngt, beflügeln sie erneut die Fantasien eiliger Durchreisender, technikverliebter Eisenbahner und Jüngern des retro-futuristischen Steampunks. Mit fokussiertem Blick und aus dem steten Gewusel der Hallen fliehend, finden sich die Menschen, die nicht nur ein-, aus- oder umsteigen. Die Dokumentationsreihe folgt ihnen an ihre Plätze und zeigt ihre Gedanken, Sehnsüchte und Hoffnungen. Jede dieser Kathedralen hat ihren eigenen Lebenslauf und Charakter, geprägt durch das jeweilige Land und die jeweilige Stadt. Für Autor und Regisseur Jeremy J.P. Fekete sind diese Bahnhöfe der Jahrhundertwende die alten, vergessenen Herzen der Metropolen, von denen aus die Welt entdeckt wurde. Seine Dokumentationsreihe erzählt von der romantischen Seite dieser noch immer faszinierenden Stationen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 26.11.2018 um 18:35 Uhr auf arte.