Vor 25 Jahren klärten der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow die noch offenen außenpolitischen Fragen zur Beendigung der Teilung Deutschlands: Würden die Sowjets zustimmen, dass das vereinigte Deutschland in der NATO bleibt? Was beim Treffen von Gorbatschow und Kohl im Kaukasus jeweils versprochen wurde, beleuchtet die Dokumentation "Poker um die deutsche Einheit - Wurde Russland in der NATO-Frage getäuscht?", eine erste Koproduktion von ZDFinfo und phoenix. Filmautor Ignaz Lozo konnte dafür erstmals am Ort der Verhandlungen drehen: in der Datscha von Michail Gorbatschow.
Es ist ein brisanter Streitfall: Wurde der Sowjetunion im Zuge der Verhandlungen über die Deutsche Einheit im Jahr 1990 tatsächlich versprochen, die NATO würde Richtung Osten nicht expandieren?
Präsident Putin begründet das russische Vorgehen in der Ukraine und bei der Annexion der Krim auch mit den angeblich gebrochenen Versprechen des Westens. So werden historische Ereignisse vor bald 25 Jahren zu einer explosiven Streitfrage heutiger Außenpolitik. Es wird sogar schon von einem neuen Kalten Krieg gesprochen.
In der Dokumentation "Poker um die Deutsche Einheit" kommen entscheidende Verhandlungspartner und maßgebliche Zeitzeugen aus Ost und West zu Wort, zum Beispiel Michail Gorbatschow.
Die Spurensuche an den historischen Orten der Einheitsverhandlungen von 1990 wird angereichert durch exklusives, bislang nicht gesendetes Filmmaterial des Kohl-Besuchs im Kaukasus.
Der Film widerlegt politische Mythen rund um die brisante Streitfrage, ob der Westen damals gegebene Versprechen zur NATO-Osterweiterung später gebrochen hat.
Ignaz Lozo ist promovierter Osteuropahistoriker und ehemaliger Russlandkorrespondent. 2014 legte er das wissenschaftliche Fachbuch "Der Putsch gegen Gorbatschow und das Ende der Sowjetunion" vor, das als Standardwerk gilt und auch ins Russische übersetzt wurde.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 19.11.2018 um 06:40 Uhr auf PHOENIX.