

* Taiwan: Lernen, bis die Augen streiken
Anders als auf dem chinesischen Festland werden in Taiwan noch immer die komplizierten, alten Schriftzeichen unterrichtet. Winzige Details unterscheiden sie voneinander. Viele Stunden täglich beugen sich Taiwans Kinder und Jugendliche über ihre Bücher und Hefte und verderben damit ihre Augen. 90 Prozent der Taiwanesen sind kurzsichtig, wenn sie die Schule verlassen. Wer nichts dagegen unternimmt, kann sogar erblinden. Eine Schuldirektorin findet das alarmierend und versucht gegenzusteuern. Mehr Licht, mehr Luft und öfter in die Weite blicken, sind einfache Rezepte gegen schlechte Augen. Doch wer sie durchzusetzen will, muss an vielen Fronten kämpfen.
* "Mr. Stop Brexit" - Der tägliche Protest gegen den Brexit
Unermüdlich kämpft Steve Bray gegen den Brexit - auf seine ganz eigene Weise. Ganz in Europa-blau gehüllt, mit EU-Zylinder und Protestschildern bewaffnet, schiebt sich der 49-Jährige vor jede laufende Fernsehkamera im Mediengewimmel Westminsters. Beinahe täglich flimmert sein Protest über die Mattscheiben der Nation. Steve ist nicht nur in Westminster bekannt wie ein bunter Hund. Mahnend fragen seine Schilder "Brexit - ist es das wirklich wert?" und untermalt vom Glockenklang des Big Ben schreit er sein schallendes "Stop Brexit" in die Gewissen der Briten.
* Argentinien: G20-Gipfel im Krisenland
In Avellaneda, einem Außenbezirk von Buenos Aires, stehen Zelte mit Protestplakaten vor dem Werkstor der Kühlschrankfabrik Siam: Die 29-jährige Claudia Vercellino und ihre 20 Kollegen haben das Gelände ihres alten Arbeitgebers besetzt. Das Land, das einst zu den reichsten der Welt zählte, erlebt die schlimmste Krise seit dem Staatsbankrott 2001: Die Inflation galoppiert und der Peso verliert dramatisch an Wert. Gleichzeitig sind die Preise für die Argentinier schlagartig gestiegen, seit Präsident Mauricio Macri die Subventionen für Strom, Wasser und Gas gestrichen hat. Damit bringt er viele seiner Wähler gegen sich auf. Kurz bevor Macri nun beim G20-Gipfel Donald Trump und Angela Merkel begrüßen wird, steht er in seinem eigenen Land extrem unter Druck. Dabei ist - neben dem argentinischen Haushaltsdefizit - Trumps "America First"-Politik ein Auslöser für die Krise, die Investoren Gelder aus Schwellenländern wie Argentinien und der Türkei abziehen lässt. Für den 28-jährigen Juan Martin Rinalid ist all dies kein Ärgernis. Der junge Investmentspezialist profitiert sogar von der Krise, während Hunderttausende seiner Landsleute in die Armut abrutschen.
* Ägypten: Islamisten gegen orientalische Tradition
Kaum noch etwas an Amie Sultan erinnert an ihre erste Karriere. Sie ist eine ausgebildete Ballerina. Sie tanzte nicht nur in Ägypten, sondern auch im Ausland. Doch eine glückliche Fügung veränderte ihr Leben als Künstlerin. Auf Tournee sah sie eine ägyptische Bauchtanz-Show und war sofort fasziniert von der Schönheit des Bauchtanzes. Damals wechselte sie das Fach. Amie Sultan ist heutzutage sehr gefragt auf Hochzeiten und in Luxushotels. Ihr großes Vorbild ist Samia Gamal aus den 1950er-Jahren, die damals ein Superstar war. Amie möchte diese orientalische Tradition fortsetzen. Doch Islamisten feinden sie an. Selbsternannte Sittenwächter haben den sinnlichen Tanz sexualisiert, ihn in das Reich des Unmoralischen verbannt. "Ich habe viele Drohungen online erhalten. Besonders als ich anfing waren es viele, jetzt sind es weniger. Aber als ich anfing bekam ich viele Drohungen, aber ich habe weitergemacht." Viele andere Frauen, die keine Stars im Bauchtanz-Metier sind, müssen ein Doppelleben führen. Niemand darf erfahren, dass sie ihr Geld mit Bauchtanz verdienen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 01.12.2018 um 16:30 Uhr auf tagesschau24.