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Luzyca

Sorbisches aus der Lausitz
Samstag, 24.11.2018 13:30 Uhr
RBB
Samstag
24.11.2018
13:30 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Die Lausitz ist eine Landschaft in Osten Deutschlands. Bevor die Braunkohle dort Landschaft und Leute prägte, war es eine kleine blau blühende Pflanze, die den Broterwerb, die Wirtschaft, aber auch die Kultur des gleichermaßen von Sorben und Deutschen bevölkerten Gebietes formte. Gemeint ist der Flachs, der in Gärten und auf kleinen Feldern blühte und fruchtete. Aus dem Flachs wurde das Garn gesponnen, um Leinewand zu weben. In den Spinnstuben und an den Webstühlen fand sich Gelegenheit auch Sagen und Märchen zu spinnen, und sie mit den örtlichen Gegebenheiten zu verweben.

Solche überlieferten Geschichten, die an sagenumwobenen Orten spielen, werden mit Silhouettenfiguren inszeniert. Natürlich fehlen dabei nicht all die Fabelwesen wie Buschweibchen, Mittagsfrau und Lutki, selbst der Teufel wirkt mit.

Der Film verknüpft Silhouetten-Animation mit Realaufnahmen, Gegenwärtiges mit Vergangenem, Überliefertes mit Erfundenem. Sorbische und deutsche Sagen, Legenden und Geschichten werden visualisiert und auf multimedial erzählt. Über eine Region und deren Menschen erzählen Sagen, Legenden und Histörchen oft eindrucksvoller als Tatsachenberichte. Anders als Märchen sind Sagen an ganz konkrete Orte gebunden, die oft über Jahrhunderte ihr Aussehen nur wenig veränderten. Auch die Gestalten der Lausitzer Sagen und Histörchen sind konkret mit der Landschaft verbunden und gehören in gleicher Weise zur sorbischen wie zur deutschen Kulturgeschichte. In dem Film werden die Begebenheiten, die im Zusammenhang mit Flachs und Leinen stehen, aus der Sicht eben eines Rumgehers erzählt. Als Rumgeher bezeichnete man in der Lausitz einen Händler, der von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus zog und Waren des täglichen Bedarfs verkaufte, aber neben seinem Verkaufsgeschäft auch Geschichten und Neuigkeiten erzählte.

Der Einsatz von Scherenschnittfiguren als Darsteller verbindet klassische Silhouettenanimation mit den digitalen Möglichkeiten des Computerzeitalters. Die Silhouettendarsteller fungieren als "Ichwesen" und ihre Schicksale sind geprägt von poetischer Dichte, biblischer Gleichnishaftigkeit und Lausitzer Mentalität.
Dr. Jörg Herrmann ist fast der einzige Mensch im deutschsprachigen Raum, der noch das Wissen und Können hat, Silhouettenfiguren auf der Leinwand zum Leben zu erwecken.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 24.11.2018 um 13:30 Uhr auf RBB.