

Man schrieb das Jahr 1913, der Architekt hieß Max Berg, das Bauwerk: die "Jahrhunderthalle" in Breslau. Ganz unverständlich war die Befürchtung der Arbeiter nicht. Das Bauwerk war zu damaliger Zeit Beton gewordener Wagemut - viermal hatten Statiker die Berechnungen überprüft. Die Spannweite der aus 32 Gewölberippen gebildeten Kuppel beträgt 65 Meter, fast das Doppelte des Pantheons in Rom. Die Jahrhunderthalle wirkt wie ein weltlicher Tempelbau, monumental und mystisch zugleich, jedoch sachlich und nüchtern. Zwar bedient sich der Architekt einer beinahe sakralen Formsprache, doch diese Kuppel überwölbt kein Heiligtum, sondern umspannt die Leere, die je nach Bedarf für andere Zwecke genutzt werden kann. Als Breslau im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurde, hat das Bauwerk dies fast unbeschadet überstanden - ein Glücksfall der Architekturgeschichte.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 10.11.2018 um 01:45 Uhr auf tagesschau24.