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Der Rote Baron - Manfred von Richthofen

Dokumentation Deutschland 2015 - Schwerpunkt: 1918 - Das Ende des Schlachtens
Dienstag, 30.10.2018 23:35 Uhr
arte
Dienstag
30.10.2018
23:35 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Manfred von Richthofen gilt als Inbegriff des guten Kriegshelden. Mit 80 Luftsiegen im Ersten Weltkrieg wurde er zum Vorbild stilisiert - seine Fairness und Ritterlichkeit rühmen NATO-Kommandeure bis heute. Doch die Legende ist falsch: Richthofen war besessen von der Menschenjagd, süchtig nach dem brennenden Abschuss. Geschaffen wurde die Mär vom "guten Ritter der Lüfte" im Ersten Weltkrieg, um die schlechte Moral von Truppe und Volk zu stärken. Richthofens Buch "Der Rote Kampfflieger" wird zum Bestseller, er selbst zum Superstar des Kaisers. Sein wahres Wesen - brennender Ehrgeiz, Skrupellosigkeit und Blutrausch - werden herausretuschiert. Nur seine Mutter ahnt es und schreibt darüber in ihrem Tagebuch. 1918 wird Manfred abgeschossen. 1923 entdecken die Gegner der Weimarer Republik die Richthofen-Legende wieder, bald nimmt der letzte Kommandant des Richthofen-Geschwaders Kontakt zur Mutter auf. Sein Name: Hermann Göring. Er bewegt die Mutter zur Neuherausgabe von Manfreds Heldenbuch und verfasst selbst das pathetische Vorwort. Im Dritten Reich wird es ein Bestseller und Richthofen zum Vorbild der Flieger-Hitlerjugend und Held der Nazis.Der Historiker Joachim Castan hat erstmals und exklusiv Zugang zu den Familienarchiven der Familie sowie dem bislang unveröffentlichten Tagebuch der Mutter. Seine Entdeckungen belegen eindrucksvoll, wie das Leben Manfred von Richthofens von Kaiser und Nazis zur eigenen Mythenbildung missbraucht wurde - und wie sorglos Bundeswehr und NATO bis heute mit diesem Erbe umgehen. In aufwendigen Reenactment-Szenen werden zentrale Lebensstationen von Richthofens dargestellt. * Schwerpunkt: 1918 - Das Ende des Schlachtens
Morgens um 5.00 Uhr am 11. November 1918 stapfen Staatssekretär Erzberger, ein Beamter des Auswärtigen Amtes und zwei Offiziere durch den Wald von Compiègne. Sie werden unter den Augen von Marschall Foch in einem Eisenbahnwaggon das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnen. Um 11.00 Uhr werden Trompeten an den Fronten das Abkommen verkünden. Die Waffen werden schweigen. Das Schlachten ist beendet. Deutschland und Österreich sind besiegt. Dieser Moment markiert einen Umbruch. Vorbei die Zeit, in der sich junge Männer um der Ehre willen in "fliegenden Kisten" in den Tod stürzen. Vorbei die Zeit, in der sich die deutschen Matrosen der Herrschaft der Eliten fügen. Vorbei auch die Zeit der Habsburgermonarchie, deren Erbe Karl I. 1918 ins Exil gehen
muss. Die Welt liegt in Trümmern. Doch was kommt nun?

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 30.10.2018 um 23:35 Uhr auf arte.