

Die Saar ist nicht einmal 250 Kilometer lang. Aber kaum ein Fluss in Europa verbindet an seinen Ufern auf so wenigen Kilometern so unterschiedliche Motive und Landschaften. Und wie sehr die Saar hier bis heute alles prägt, lässt sich schon an den Ortsnamen ablesen: Saarbrücken, Saarburg, die berühmte Saarschleife.
Die engen Flusstäler bei Mettlach erinnern an norwegische Fjorde, eindrucksvolle Industriedenkmäler wie die Völklinger Hütte erzählen von längst vergangenen Boom-Jahren am deutsch-französischen Grenzfluss. Die Kanalisierung der Saar im 19. und 20. Jahrhundert hat die Landschaft verändert, einige der tiefsten Schleusen Deutschlands finden sich heute an ihrem Unterlauf. Hier ist auch Winzer Christian Ebert zu Hause. Industrielle Nutzung und ökologischer Weinbau: Vielerorts ein Widerspruch, nicht so an der Saar.
Auch Steillagen-Experte Ebert hat nichts gegen die vor seinen Weinbergen vorbeituckernden Frachtschiffe, im Gegenteil: Der Ausbau zur Großschifffahrtstraße sorgt für eine gleichmäßig breite Wasserfläche. Das mildert die Temperaturen im Winter. Für die Winzer ein Segen, sind doch Ihre Weine seit der Kanalisierung weniger frostanfällig und mit einer angenehmeren Säure ausgestattet. Film von Thomas Radler
Thema: Flusswelten
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 02.10.2018 um 02:15 Uhr auf PHOENIX.