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Weltbilder

Moderation: Julia-Niharika Sen
Dienstag, 28.08.2018 23:30 Uhr
Radio Bremen TV
Dienstag
28.08.2018
23:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild


* Schweiz: Rettung für das Bergdorf Corippo

In Corippo, der kleinsten Schweizer Gemeinde, leben gerade noch zwölf Seelen. Nun aber gibt es einen Plan, wie das sterbende Tessiner Dorf im schönen Verzasca-Tal gerettet werden könnte: Mit einem besonderen Hotelprojekt, als "Albergo Diffuso". Das halbe Dorf - ein "Hotel": Alte, seit Jahrzehnten nicht mehr bewohnte Ein-Zimmer-Häuschen sollen zu Hotelzimmern werden, die engen Dorfgassen zu "Korridoren", die einzige Gaststätte zur Rezeption. Ein schöner Plan - nur die Finanzierung steht noch nicht ganz.

* Brasilien: Gestern Flüchtling - heute Profi

Sie sind dribbelstark - und hoch motiviert. Eine Mannschaft gespickt mit talentierten Flüchtlingen - hungrig nach Erfolgen. Sie leben, fernab ihrer Heimat, in Brasilien als Mitglieder des Fußballprojekts "Perolas Negras" - der "Schwarzen Perlen". Insgesamt kicken derzeit sieben Flüchtlinge für die Junioren der Perolas. Das Projekt wird durch Spenden finanziert. So können die jungen Fußballer in Ruhe trainieren und zur Schule gehen. Für ihre Unterkunft und das Essen ist gesorgt. Ruben Cesar hat das staatliche Projekt ins Leben gerufen: "Unsere Initiative ist ein Zeichen, dass Flüchtlinge Talente mitbringen. Sie haben einen Wert und stehen nicht nur für eine Gefahr, Bedrohung oder Terrorismus. Nein! Sie sind wertvolle Talente." Der 18-jährige Badio flüchtete aus Haiti. Er lebt seit fast drei Jahren mit einem Mitspieler auf wenigen Quadratmetern. An seiner Wand zeigt Badio, wer ihm Mut macht: Sein Freund Waby Angelo, der es geschafft hat, bei einem Profiklub anzuheuern. Waby kam auch als Flüchtling aus Haiti zu den Perolas Negras, bis er einen Vertrag bei einem brasilianischen Profiklub erhielt. Wabys Schicksal - es macht in Brasilien gerade Schule: Gestern Flüchtling - heute Profi.

* Japan: Von der Managerin zur Fischerin

Nie hätte Yumi sich träumen lassen, dass sie sich einmal in einem kleinen Dorf an der Küste Japans niederlassen würde. Denn Yumi war noch bis vor kurzem IT Managerin in Tokio. Doch die Japanerin hat eine Mission: Sie will Leben in die toten Dörfer der Gegend bringen, vor allem die Fischerei vor dem Aussterben retten. Denn weil die Jungen in Japan in die Städte ziehen, gibt es hier kaum mehr Nachwuchs. Yumis Idee: Wo nicht genug Männer sind, einfach die Frauen ausbilden und aufs Meer schicken. Das aber kam erst gar nicht gut an. Gleichberechtigung, das ist in Japan nämlich gerade auf dem Land für viele noch immer ein Fremdwort. Aber Yumi hat sich durchgesetzt, mittlerweile sprechen selbst die alten Fischer mit ihr. Und sie hat eine erste Auszubildende: Rimi. Die hier geboren ist und schon als kleines Mädchen Fischerin werden wollte."Ich liebe das Meer und die Fische, und ich hab schon immer viel lieber körperlich gearbeitet und war aktiv, statt so Mädchensachen zu machen."

* Afghanistan: Ein Bus voller Geschichten

Der blaue Bus- er verspricht Hoffnung für die Kinder in Kabul. Jeden Tag hält er mehrmals in den Wohngebieten der afghanischen Hauptstadt. Zwei bis drei Stunden langen können die Kinder aus der Nachbarschaft dann eine Welt kennenlernen, die sonst in ihrem Leben kaum vorkommt und ihre Nase in Bücher stecken. 300 Kindern schauen täglich im Bus vorbei. Freshta Karim hat die Bücherei im Bus mit Spendengeldern aufgebaut. Sie konnte in Oxford studieren, nachdem ihre Familie aus Afghanistan geflohen war. Doch die engagierte junge Frau kam freiwillig zurück in ihre Heimat, denn sie will ihren Landsleuten Mut machen: "Wir versuchen hier zwei Dinge: Am Anfang geben wir den Kinder überhaupt einmal Zugang zu Büchern und zu kritischem Denken und wir versuchen auch Politik zu verändern. Unser Ziel ist eine Gesellschaft, die sich ihre eigenen Gedanken macht." Die Analphabetenrate ist in Afghanistan mit mehr als 60 Prozent eine der höchsten der Welt. Jedes dritte Kind kann nicht lesen und schreiben und so liest Freshta Karim auch viel vor.
Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 28.08.2018 um 23:30 Uhr auf Radio Bremen TV.