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HEIMATJOURNAL

Ulrike Finck entdeckt die Regattastraße
Samstag, 11.08.2018 10:55 Uhr
RBB
Samstag
11.08.2018
10:55 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Auf der eher gediegenen Straßenseite, wo früher gutbetuchte Berliner ihre Seevillen gebaut haben, hat seit der Wende der Bürgerverein sein Zuhause. In der kommunal verwalteten Villa gibt es viele Freizeitangebote - von Yoga bis Sprachkurs, von Kinderballett bis zum Sommercafé. Auf dieser Seite lädt auch das beliebte Traditionscafé "Liebig" ein, das schon 1870 eröffnet worden ist. Die Besitzer bezeichnen das Haus als einzig original erhaltenes Jugendstil-Kaffeehaus Berlins.
Ganz neues Leben entwickelt sich in einem alten Industriegebiet. Mehr als 100 Jahre lang war das riesige Wassergrundstück Standort für Chemische Industrie. Zuletzt produzierte dort der Volkseigene Betrieb Berlin Chemie. Das alte Pförtnerhaus wurde zur Erinnerung an die Industriegeschichte stehen gelassen und originalgetreu wieder instandgesetzt. Der Rest wurde abgerissen und gründlich von Altlasten befreit. Jetzt entsteht dort das moderne Wohngebiet "52 Grad Nord".
Seit 2015 baut ein deutsch-österreichisches Immobilienunternehmen das Wohnquartier direkt am Ufer der Dahme. Mit Wohnungen zum Kaufen oder Mieten, dazu Reihenhäuser, eine Kita und Freizeitflächen. Es entsteht ein Uferweg, der für jeden zugänglich bleiben soll. Das freut Ralph Paschke, der bis 1990 als Berufschullehrer bei Berlin-Chemie gearbeitet hat. Nun ist er als Besitzer einer Eigentumswohnung in die Gegend zurückgekehrt - und weiß die Lage am Wasser zu schätzen.
Einige alte Villen warten noch auf ihre Wiedererweckung. Das Gelände mit dem ehemaligen Ausflugslokal Riviera, wo die Berliner 100 Jahre lang schwoofen konnten, hat mal wieder einen neuen Eigentümer erhalten. Der sucht nach einem guten Konzept, vielleicht könnte dort eine Seniorenresidenz entstehen. Das Ensemble ist denkmalgeschützt und hat ein Gesellschaftshaus mit Ballsaal.
Auch die verfallene Villa des ehemaligen Funkhauses Grünau hat eine spannende Geschichte. In den 50er Jahren war gleich neben der Redaktion des Berliner Rundfunks ein Geheimsender untergebracht - der Deutsche Freiheitssender 904, der Propaganda in Richtung Westdeutschland ausstrahlte. Der Deutsche Soldatensender 935 sendete ebenfalls von dort - gut versteckt, streng geheim und auch ein Propagandasender. Später kam die Unterhaltungsredaktion des DDR-Fernsehens samt Fernsehballett dort unter.
Bis heute ist die Dahme ein Mekka für Wassersportfreunde. Die Regattastraße hat ihren Namen, weil dort das Regattasegeln und das Rudern in Berlin ihren Anfang nahmen. Viele zog es an den Wochenenden an die Ufer der Dahme in Grünau. So gab es in den 19hundertzwanziger Jahren dort 29 Gaststätten.
Während der Olympischen Spiele von 1936 wurden dort die Ruder- und Kanu-Wettbewerbe ausgetragen. Heute bereitet Bundestrainerin Sabine Tschäge junge Nachwuchs-Ruderer und - Ruderinnen auf ihre Weltmeisterschaft nächste Woche in Tschechien vor. Und selbst Sportler mit Handicap können in Grünau durchs Wasser gleiten.
Seit den 90er Jahren wird auch das Drachenbootfahren immer beliebter. Wo die Regattastraße in die Sportpromenade übergeht hat der Verein Dragonboat Company seine Heimstatt. Die Fahrer nahmen bereits erfolgreich an nationalen und internationalen Rennen teil. Elli Linke aus dem Frauen-Team erklärt Ulrike Finck, wie das Tempo gemacht wird.
Grünauer mit Leib und Seele sind die Geschwister Klopsteg und Voigt, die seit den 80er Jahren in der Regattastraße eine Autowerkstatt betreiben. Den Betrieb hatten schon ihre Eltern in den 50er Jahren begründet. Nun wollen die Geschwister in den Ruhestand gehen. Die dritte Generation ist an der Reihe. Eine Tochter wird den Betrieb übernehmen.
Die Kieze in Berlin, die wunderschönen Landschaften Brandenburgs, kuriose Geschichten und die Lust am Entdecken machen einfach gute Laune. Carla Kniestedt und Ulli Zelle sind für Sie unterwegs in Berlin und Brandenburg.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 11.08.2018 um 10:55 Uhr auf RBB.