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Bayerns Streit ums Trinkwasser
Mittwoch, 04.07.2018 22:00 Uhr
BR
Mittwoch
04.07.2018
22:00 Uhr
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München wirbt gerne mit seinem hervorragenden Trinkwasser, das die Stadt aus dem 45 km entfernten Mangfalltal bezieht. Schon vor vielen Jahren hat München dort eine Schutzgebietserweiterung beantragt. Nun soll sie umgesetzt werden. Für den Biobauern Alois Fuchs wäre die Erweiterung existenzbedrohend, weil er seine Kühe nicht mehr auf die nahe gelegene Weide treiben dürfte. München beruft sich auf sogenannte Altrechte, doch die sind umstritten. Die Gegner der Schutzgebietserweiterung ärgern sich, dass sie für Millionen Münchner Wasserschutz betreiben sollen und nur sie die Nachteile haben. Und sie fragen sich, weshalb das Münchner Trinkwasser nicht in der viel näheren, wasserreichen Schotterebene gewonnen wird, also ortsnah, wie es das Wasserhaushaltsgesetz vorsieht.

Die Münchner Umlandgemeinde Neubiberg streitet mit Farchant im Loisachtal ebenfalls darüber. Neubiberg hat selbst keine Trinkwasserbrunnen und bekommt sein Wasser aus dem Münchner Netz und damit aus dem Loisachtal. Doch die Anrainer dort machen sich Sorgen um das sensible Gleichgewicht der Natur.

Im fränkischen Uehlfeld hat der Konflikt schon die oberste Instanz erreicht. Hier wurde vor Kurzem gegen den Willen der Gemeinde und des Landrates ein neues Wasserschutzgebiet per Selbsteintritt des Umweltministeriums durchgesetzt. Kommunalpolitiker und Bürger sind sauer, weil auf diese Weise eine weitere Entwicklung von Uehlfeld unmöglich wird. Ist es gerecht, dass die einen mit Gewerbegebieten prosperieren und die anderen für sie die Schutzgebiete pflegen?

Im Freistaat droht ein Konflikt zu eskalieren, der jahrzehntelang auf die lange Bank geschoben wurde. Und die Staatsregierung gerät in Erklärungsnot: Beim Ausweisen von Gewerbegebieten setzt sie auf die Kompetenz der Gemeinden vor Ort. Doch bei den Wasserschutzgebieten wird hart durchregiert. Wie selbstbestimmt sind die Kommunen? Und wer entscheidet, welche Gemeinden eine ortsnahe Versorgung einrichten müssen und welche nicht? Wie viel Solidarität kann man erwarten?

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 04.07.2018 um 22:00 Uhr auf BR.