

* Simon Pearce "Pea(r)ce on earth"
"Papa der Wilde", "Mama die Weisse" - das sind zwei der Kapitel aus Simon Pearce' erstem Solo-Kabarett-Programm. Der Sohn eines nigerianischen Gastronomen und der bayerischen Volksschauspielerin Christine Blumhoff spielt auf der Bühne mit Rassismen, mit Erfahrungen aus seinem Alltag als schwarzer Deutscher. Mit viel Witz, Selbstironie, Schlagfertigkeit und freundlicher Coolness hebelt er Intoleranz aus. Aktuell tourt er mit seinem zweiten Soloprogramm unter dem Titel "Pea(r)ce on earth" durch die Republik und beackert so manche politische Schieflage in unserer Gesellschaft: mit Herz und Verstand, für's Zwerchfell wie für den Kopf.
* Schauspieler zwischen "Miunikh - Damaskus"
Wie lebt man in einem Land, in dem seit sieben Jahren Krieg herrscht? Dass es in Syrien teilweise auch einen Alltag gibt, man morgens zur Arbeit fährt und abends Partys feiert, ist eine Realität, von der wir hier nichts mitbekommen. Doch auch an Orten, wo keine Bomben fallen, frisst sich der Krieg in die Köpfe und Herzen der Menschen, die im Land geblieben sind. Vom Leben und Überleben berichtet das Stück "Miunikh - Damaskus", das gerade an den Münchner Kammerspielen entsteht. Vier Schauspieler aus der syrischen Hauptstadt sind vor kurzem hierhergekommen. Gemeinsam mit der Regisseurin Jessica Glause erforschen sie entlang ihrer persönlichen Erfahrungen, was es heißt, zu leben und zu überleben in einer vom Krieg eingekesselten Stadt, aber auch in München, das nun für zehn Monate ihre Heimat ist.
* "Rent a Jew"
"Rent a Jew" heißt übersetzt: Miete einen Juden. Klingt zunächst verletzend und grenzüberschreitend, schließlich kann man Wohnungen mieten, Autos oder Fahrräder. Aber kann man tatsächlich auch Juden mieten? Man kann! Zumindest im übertragenen Sinne. Die Intitiative "Rent a Jew", die von der Europäischen Janusz Korczak Akademie in München unterstützt wird, will persönliche Begegnung zwischen Juden und Nichtjuden in Deutschland ermöglichen, um Vorurteilen entgegenzuwirken. Über die Webseite "Rent a Jew" können jüdische Referenten kostenlos eingeladen, also "gemietet" werden. Zum Beispiel von Vereinen oder Bildungseinrichtung, wie der Berufsschule Johannes-de-la-Salle in Aschaffenburg.
* Wilbert Olinde: "Deutschland für eine Saison"
In den 70er-Jahren waren im Sport enge nationale Grenzen gesteckt. Nur ein "Ausländer" pro Mannschaft war damals in der Basketball-Bundesliga zugelassen. Und dieser eine war 1977 Wilbert Olinde. Der damals 22-Jährige kam vom College-Rekordmeister UCLA aus Los Angeles nach Göttingen und wollte eigentlich nur ein Jahr in Deutschland bleiben. Daraus wurden mittlerweile über 40 Jahre. Seine Biografie "Deutschland für eine Saison - Die wahre Geschichte des Wilbert Olinde Jr." erzählt nicht nur die Geschichte eines Sportlers, sondern ist auch eine Chronik amerikanischer und deutscher Zeitgeschichte. Gleichzeitig hält Wilbert Olindes Biographie unserer Gesellschaft den Spiegel vor.
* Dokumentarfilm "Hier und dort"
Als eine Mutter mit ihren Kindern 1992 vor dem Krieg in Bosnien nach Deutschland floh, bekam sie in ihrer neuen Heimat Dresden noch einmal Nachwuchs: den Buben Harris. Die Filmemacherin Bettina Renner traf Harris als 16-Jährigen und war von seinem Schicksaal überrascht, denn er und seine Mutter waren in Deutschland nur auf Zeit aufenthaltsberechtigt, solange wie Haris minderjährig ist. Für den Heranwachsenden ein traumatischer Zustand. Gleichzeitig forschte er seinen bosnischen Wurzeln nach und suchte seine Identität hier in Deutschland und dort in Bosnien. Zwei Jahre war die Kamera mit dabei. Entstanden ist ein sehr persönlicher Dokumentarfilm, der auf dem Münchner Dok.fest präsentiert wird: "Hier und dort".
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 24.04.2018 um 23:15 Uhr auf BR.