

Die Ufa wird 100 Jahre alt. Sie ist jünger als Persil und älter als Volkswagen. Die Ufa - "un film allemand", wie die Franzosen sagen: ein deutscher Konzern, der Filmgeschichte geschrieben hat. Was macht die Ufa aus, diesen riesigen Tanker, der in so schwere Fahrwasser geraten ist in den vergangenen 100 Jahren? Die Dokumentation erzählt die Geschichte des größten und ältesten deutschen Filmkonzerns als Unternehmensgeschichte von staatstragender Bedeutung. General Erich Ludendorff nutzte die Ufa, das neue Medium Film, von Anfang an als Propagandainstrument für den deutschen Kaiser. In der Weimarer Republik war die Ufa dazu da, mit innovativen Werken den deutschen Mythos zu festigen, nationale Filme schaufelten am Grab der Demokratie. Der Tonfilm machte die Ufa erst richtig groß, bevor Joseph Goebbels die totale Unterwerfung propagierte. Heute glänzt die Ufa auf dem Studiogelände in Babelsberg vor allem aber mit ihren historischen Hochglanz-Mehrteilern. Der Konzern, der sich immer wieder übernimmt, für den die Deutsche Bank, Bosch und die AEG Geld locker machten, wurde mehrfach gerettet vom deutschen Staat. Wohin steuerten die Kapitäne das Schiff, welche Intrigen und Machtkämpfe spielten sich im Maschinenraum des deutschen Films ab? Der Film betrachtet ein Jahrhundert deutsche Filmgeschichte mit Ausschnitten aus berühmten, aber auch aus vergessenen Filmen, mit aufschlussreichem Archivmaterial und Gesprächen mit früheren Ufa-Stars wie Gunnar Möller - bis zu seinem Tod im Mai 2017 der älteste Ufa-Schauspieler - oder Mario Adorf und jungen Gesichtern wie Tom Schilling, aber auch mit Filmhistorikern und -kritikern. Ein Film von Sigrid Faltin
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 08.04.2018 um 07:15 Uhr auf HR.