

Warten, schwitzen, frieren: Für Festmacher gehört das zum Arbeitsalltag. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag vertäuen sie Frachter, Kreuzfahrtschiffe oder Tanker an den Kaimauern des Hamburger Hafens. Manchmal müssen sie die Leinen von Hand auf bis zu zehn Meter hohe Pfähle ziehen. Im Winter, wenn die Taue zum Teil gefroren sind, ist das eine besonders schwere Aufgabe. Und die Gefahr sitzt den Festmachern immer im Nacken. Wenn ein Tau reißt, hat es eine Schlagkraft wie ein Schwert. Immer wieder kommt es zu Unfällen, auch mit tödlichem Ausgang. "Job-Risiko", sagen die Festmacher nüchtern.
Der Beruf des Festmachers ist einer der ältesten Jobs im Hafen: Vor 100 Jahren ruderten die Männer noch mit Spitzgattjollen zu den einlaufenden Schiffen, der schnellste Trupp bekam die Arbeit. Und angeblich wurden nachts auch gern mal die Ruder der Konkurrenz angesägt.
Heute sind die Festmacher mit modernen Schnellbooten unterwegs. Doch seit der Schifffahrtskrise 2008 ist die Konkurrenz unter den rund 100 in kleinen Firmen organisierten Hamburger Festmachern wieder neu entflammt: Das Geld der Reeder sitzt nicht mehr so locker; nur wer schnell, gut und kostengünstig arbeitet, ergattert die begehrten Aufträge.
Die Nordreportage begleitet Männer des traditionsreichsten und ältesten Festmacherdienstleisters in Hamburg, die Vereinigten Bootleute (gegründet 1877), 24 Stunden lang bei ihrem Knochenjob im Hamburger Hafen und beobachtet, wie sie sich durch viel Geschick und Erfahrung gegen die Konkurrenz durchsetzen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 21.03.2018 um 11:30 Uhr auf Radio Bremen TV.