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Durch Land und Zeit

Das Müller'sche Volksbad
Samstag, 27.01.2018 18:55 Uhr
ARD alpha
Samstag
27.01.2018
18:55 Uhr
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Es war der erbitterte Kampf zwischen zwei Männern - ein Glaubenskrieg um die ästhetische Vorherrschaft zwischen dem Stifter des Müllerschen Volksbades und seinem Architekten. Am Ende gibt der Lebemann Karl Müller dem Bad seinen Namen, der Architekt Carl Hocheder verwirklicht dagegen weitgehend seine Vision eines neubarocken Jugendstilgebäudes, das über die seinerzeit noch sehr verbreiteten klassizistischen Vorstellungen im Geiste eines Leo von Klenze triumphiert.
Ein Badetempel für "das unbemittelt' Volk"
Wo König Ludwig II. kurz zuvor noch ein Opernhaus für Richard Wagner bauen wollte, ersteht am Ende des 19. Jahrhunderts ein Badetempel für "das unbemittelt' Volk", mit dem München der katastrophalen Hygienesituation Herr zu werden versucht, als es in den Wohnungen noch keine Badewannen oder Duschen gab.
Glaubenskrieg um jede kleine Detailentscheidung
Beim Ringen um die Gestalt des Müllerschen Volksbads entbrennt der Glaubenskrieg an jeder noch so kleinen Detailentscheidung - beinahe an jeder einzelnen Statue, selbst an der Lage der ohnehin streng getrennten Bereiche für Männer und Frauen. Der Architekt und "Königliche Professor Carl Hocheder der Ältere" bewies außerordentliche Geduld und diplomatisches Geschick. Um die Einweihung nicht zu gefährden, wird sein notorischer Widersacher Karl Müller in letzter Minute noch schnell in den Ritterstand erhoben - sonst hätte er, der das Projekt mit der Schenkung von fünf, allerdings durch Hypotheken belasteten Mietshäusern an die Stadt München in Gang gebracht hatte, es wohl für immer scheitern lassen.
Ein Wahrzeichen Münchens
Heute ist das Müllersche Volksbad nicht nur ein Wahrzeichen Münchens, sondern auch eines der am besten erhaltenen Jugendstil-Gebäude weltweit. Ein Wunder, so Andreas Miekisch, dass es 1901 - nach vier Jahren Bauzeit - schließlich seine Pforte öffnete.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 27.01.2018 um 18:55 Uhr auf ARD alpha.