ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Schätze der Welt

Die Berliner Moderne - Neues Bauen, Deutschland
Sonntag, 14.01.2018 06:45 Uhr
NDR
Sonntag
14.01.2018
06:45 Uhr
Teilen:
Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Wer verstehen will, warum sechs Wohnsiedlungen in Berlin - die älteste entstanden am Ende des Kaiserreichs, die jüngsten am Ende der Weimarer Republik - die Weihe des Weltkulturerbes erlangt haben, darf nicht nur auf die Fassaden schauen. Es geht hier weniger um die Anerkennung kühner Bauästhetik, als um die Würdigung einer Idee, der Idee des genossenschaftlichen Wohnungsbaus. Nicht Geld zu machen mit Mieteinnahmen, sondern Wohnraum, Lebensraum für die vielen Menschen zu schaffen, die sich in den Hinterhöfen drängten, das war der Gedanke - der sozialdemokratische Gedanke schlechthin.

Die älteste der Siedlungen, Bruno Tauts Gartenstadt, ist nicht zufällig aus bunten Häusern erbaut: Licht, Luft, Pflanzen, Farbe - Bedingungen des Glücks. In den Jahren der Weimarer Republik wurden die Siedlungen größer, städtischer, auch monumentaler. Aber immer hielten sie sich an den Gedanken eines durchgrünten städtischen Raums.
Gleichzeitig bestimmten konsequente Funktionalität und Reihung die Sachlichkeit die Architektur des Bauens. So entstanden, vor allem in der "Weißen Stadt" in Berlin Reinickendorf, Gebäudekomplexe von großer Überzeugungskraft und zeitloser Modernität. Gleichzeitig jedoch, spätestens in der "Ring-Siedlung" Siemensstadt, einer modernen "Stadtlandschaft", kündigt sich die Entwicklung der Nachkriegsjahre an: An ihrem Ende wird die Trabantenstadt stehen, der soziale Brennpunkt.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 14.01.2018 um 06:45 Uhr auf NDR.