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Weltbilder

Indien: minderjährige Mädchen als Sexsklavinnen
Freitag, 08.12.2017 00:30 Uhr
tagesschau24
Freitag
08.12.2017
00:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild


* Indien: minderjährige Mädchen als Sexsklavinnen

Autor: Peter Gerhardt
Elf Jahre alt sei sie gewesen, als ihre Mutter sie an einen 75jährigen Mann verkauft habe. Muneera Khan ist eines von
geschätzt mehreren Hundert Mädchen aus den muslimischen
Elendsvierteln von Hyderabad, die von ihren Eltern mit Männern
aus den Vereinigten Arabischen Emiraten "verheiratet" wurden.
Indien erlaubte der muslimischen Minderheit bislang,
Eheschließungen und Scheidungen selbst zu regeln. Selbst
Zweit- und Drittehen sind erlaubt, nur Kinderehen sind
verboten. Die indische Polizei ließ vor wenigen Wochen ein
regelrechtes Netzwerk aus kriminellen Ehevermittlern,
korrupten muslimischen Geistlichen und Hoteliers auffliegen,
die minderjährige Mädchen mit gefälschten Dokumenten mit
arabischen Männern verheiraten wollten. Was neben der
kriminellen Energie selbst hartgesottene Polizisten an diesem
Fall erschreckte, war die Skrupellosigkeit, mit der die Eltern
ihre Kinder verscherbelten. Für weniger als 1.000 Euro. Die
Eltern hofften, dass die Männer die Töchter mitnehmen in die
Emirate und die Kinder dort ein besseres Leben haben. Doch
vielen arabischen "Ehemännern" geht es nur um Sex: Sie missbrauchen die Mädchen und lassen sich wieder scheiden.

* Niederlande: Drehscheibe für synthetische Drogen

Autorin: Cornelia Kolden
Synthetische Drogen kursieren in immer größeren Mengen in
Form von Amphetaminen und Ecstasy-Pillen. Die
Zusammensetzungen werden unkontrolliert variiert und
erweisen sich nicht selten als lebensgefährlich. Längst hat
dieser Markt andere Drogenmärkte überflügelt. Es sind keine
Plantagen oder Gewächshäuser nötig wie bei Cannabis. Ein
kleines Labor genügt. Die weltweit größte Drehscheibe dafür ist
eine Grenzregion der Niederlande. Allerdings ist die
niederländische Polizei entschlossener denn je, gegen die
Szene vorzugehen. Und manchmal greift das Nachbarland auch
zu besonderen Methoden. Wie mühselig und gefährlich das ist,
hat sich ein Filmteam vor Ort angesehen.

* China: rabiate Zwangsräumungen

Autorin: Sascha Storfner
Die Behörden gingen zuletzt außergewöhnlich rabiat vor, als sie
in Peking Unterkünfte von Wanderarbeitern räumten. Einige
Wanderarbeiter haben die Hauptstadt fluchtartig verlassen,
andere campieren mit Sack und Pack auf der Straße oder in
ihren Autos. Und das bei Temperaturen unter null Grad.
Schätzungsweise 10.000 Menschen sind betroffen, sie stehen
plötzlich ohne Bleibe da. Auslöser war ein Feuer in einer der
Unterkünfte, bei dem 19 Menschen ums Leben kamen. Die
Pekinger Stadtregierung nutzte den Vorfall, um andere
vermeintlich unsichere Unterkünfte räumen zu lassen. Polizei,
Feuerwehr aber auch viele spontan angeheuerte
Rausschmeißer forderten die Bewohner auf, ihre Wohnungen
binnen Stunden zu räumen. Danach zerstörten sie diese oft
komplett, damit niemand zurückkehren kann. Während im
Internet Fotos und Videos zu den Zwangsräumungen kursieren
und sich viele Chinesen entsetzt zeigen, schweigen die
Staatsmedien das Thema tot.

* Burkina Faso: Afrika größtes Radrennen

Autoren: Benjamin Wozny, Willem Konrad
Mehr als 40 Grad Hitze, Staubpisten, Schlaglöcher und 1.300
Kilometer quer durch Burkina Faso. Das Radrennen Tour du
Faso ist knallhart und zugleich das größte Radrennen Afrikas. In
dem bitterarmen Land, mehr als 40 Prozent der rund 18
Millionen Einwohner leben unter der absoluten Armutsschwelle,
hat Radfahren eine lange Tradition, sagt Radsportpräsident
Yasnémanégré Sawadogo: "Jeder hier fährt Rad. Männer,
Frauen und Kinder. Ob zum Markt, zur Arbeit oder zur Schule.
Und so haben wir den Radsport zu unserem Nationalsport
gemacht." Bei der Tour ist Mathias Sorgho mit dabei. Der 30jährige Sportler aus Burkina Faso will bei dem Rennen über
mehrere Tage ganz nach vorne fahren und am liebsten den
ersten Platz machen. Doch der Weg bis zum Ziel ist mühsam
und längst nicht alle kommen auch dort an.

* Uganda: Rafting auf dem Nil

Autorin: Sabine Bohland
Der Weiße Nil mit seinen wilden Stromschnellen ist ein
beliebtes Ziel für Kayaker und Rafter. Der Wassersportprofi
Juma Kalikwani lebt davon. Er erklärt den Touristen vor den
abenteuerlichen Trips, wie sie mit den Tücken des Nils
umzugehen haben. Denn Juma Kalikwani kennt den Fluss inund auswendig, schließlich ist er am Nil aufgewachsen: "Der
Fluss bedeutet mir sehr viel, ich wurde in einem Dorf nahe des
Nils geboren. In meiner Kindheit hatten wir keine Brunnen, kein
fließendes Wasser. Wir sind immer nur zum Fluss gegangen."
Der Fluss ist ein wichtiger Arbeitgeber. Schon als Kind hat sich
Juma fürs Kayaken und Raften begeistert. Schließlich wurde
daraus ein Weg, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch seit
dem Bau eines Staudamms und eines Kraftwerks sind die in
Uganda berühmten Bujagali-Fälle gezähmt. Dort kann man
allenfalls noch paddeln. Deswegen sind in dieser Region die
Besucherzahlen bereits eingebrochen. Ein Problem, das vor
allem diejenigen zu spüren bekommen, die in der
Tourismusbranche arbeiten.
Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 08.12.2017 um 00:30 Uhr auf tagesschau24.