

* Ägypten: die Nilfischer, die Ärmsten der Armen
Der Nil ist ihr Zuhause. Er gibt der siebenköpfigen Familie alles: Wasser zum Trinken, Kochen, Waschen und Nahrung. In zwei kleinen Booten schläft und isst sie. Eine Plane als Schutz muss reichen. Nur der Strom für den Fernseher wird am Land abgezapft. Das ist nicht ganz legal, aber das machen viele so in Kairo. Die Fischerfamilien auf dem Nil gehören zu den Ärmsten der fast 23 Millionen Menschen, die im Großraum Kairo ihr Leben fristen. Die Nilfischer in Kairo leben nur scheinbar in einer anderen, friedlicheren Welt. Auf dem Fluss hört man die Stadt zwar kaum, aber die Sorgen der Fischer sind die gleichen wie die der Abermillionen Landbewohner, die in Kairos Armenvierteln Tag für Tag ums Überleben kämpfen.
* Bangladesch: das Leiden der Rohingya-Flüchtlinge
Fatima Khatun ist Rohingya und vor den Greultaten des Militärs in Myanmar nach Bangladesch geflohen. Nun lebt die 42Jährige seit einem Monat in einem provisorischen Flüchtlingslager. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und den sechs Töchtern. Freiwillig hat sie Myanmar nicht verlassen: "Wir hatten keine Wahl. Meine Eltern und mein Bruder wurden umgebracht. Jeden, den sie in die Finger bekommen haben, haben sie gefoltert." Das Leben im Flüchtlingslager ist hart. Fatima lebt gemeinsam mit zehn Familienangehörigen in einem Zelt. Die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal. Für Zehntausende Flüchtlinge gibt es nur einen Arzt. Bangladesch und Myanmar haben sich jetzt darauf verständigt, dass die Flüchtlinge zurückkehren sollen. Das will Fatima Khatun auf keinen Fall: "Wenn sie uns erlauben, unsere Häuser wiederaufzubauen und uns behandeln wie Menschen, dann kehren wir zurück. Ansonsten bleiben wir hier. (...) Auch wenn die Zustände hier furchtbar sind und wir hungern müssen. Aber hier will uns zumindest niemand abschlachten und umbringen."
* Russland: Rolle rückwärts für Frauen
Frauen als Prinzessinnen: Die vorrevolutionäre Schule für adlige Damen im barocken Smolnij-Palast bietet nach 100 Jahren wieder Kurse an. Für Mädchen, die zu "echten Frauen" und nicht zu "Mischwesen" heranwachsen sollen, wie ihre Eltern hier sagen. Russland ist das Geburtsland der weiblichen Gleichberechtigung: Vor 100 Jahren lösten Russlands Frauen die Revolution aus. Als erste auf der Welt bekamen sie das Wahlrecht, kämpften für Arbeitsrechte, für das Recht auf Abtreibung. Heute gibt es mehr Sexismus denn je, in der Werbung, im Staatsfernsehen oder bei der staatlichen Airline. Aeroflot hatte Mitarbeiterinnen anhand von Fotos klassifiziert und aussortiert, wenn sie "zu alt" oder "zu dick" waren. ARDKorrespondentin Golineh Atai trifft auf ihrer Suche nach dem russischen Frauenbild auch die DJs und Designerinnen Olja und Lolja, die Mode für starke Frauen kreieren und sich gegen die Rolle rückwärts bei der Gleichberechtigung zu Wehr setzen. Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 02.12.2017 um 16:30 Uhr auf tagesschau24.