

* Indien: Vergewaltigung in der Ehe
Priya ist Anfang zwanzig und hat zwei Kinder, geboren in einer arrangierten Ehe. Jetzt ist sie in ein Frauenhaus geflohen, denn ihr Mann hat sie jahrelang gequält und missbraucht. Wenn er wieder mal Sex wollte und sie sich weigerte, verprügelte und vergewaltigte er sie. Ein Martyrium, gegen das Frauen in Indien sich nicht vor Gericht wehren können. Denn Vergewaltigung in der Ehe ist legal. Eine Sozialarbeiterin im Frauenhaus berichtet: "Eine indische Frau gilt als Eigentum ihres Vaters und nach der Heirat als das ihres Ehemanns. Sie hat keine Entscheidungsfreiheit. Sie muss sich fügen oder sie wird zusammengeschlagen." Frauenrechtler versuchen seit langem eine Gesetzesänderung herbeizuführen und kommen allenfalls schrittweise voran: Zuletzt entschied das Oberste Gericht, dass Männer künftig bestraft werden können, wenn sie ihre minderjährigen Ehefrauen zum Sex zwingen. Für Erwachsene fehlt jedoch weiterhin der rechtliche Schutz.
* Argentinien: Suche nach verschollenem U-Boot
Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Seit Tagen suchen Rettungsmannschaften nach dem vermissten U-Boot ARA San Juan vor der argentinischen Küste. Vor fünf Tagen wurde der letzte Funkspruch der Crew empfangen, offenbar gab es einen technischen Defekt am Batteriesystem. Eingeschlossen sind 44 Seeleute und mit jedem Tag wird die Lage an Bord dramatischer. Denn der Sauerstoff reicht unter Wasser nur für maximal eine Woche. Zehn Schiffe und vier Flugzeuge beteiligen sich inzwischen an der Suche, starker Seegang behindert jedoch immer wieder die Arbeiten. Und an der Marinebasis warten verzweifelte Angehörige.
* Ägypten: Hilfsprojekt für Straßenkinder
Ahmad und Momen sind jede Nacht auf sich allein gestellt. Seit die beiden von zu Hause abgehauen sind, leben sie auf der Straße. Betteln, rauchen, Benzin schnüffeln. Die 17-Jährigen schlagen sich in Alexandria durch und sind nur zwei von geschätzt 100.000 Straßenkindern im Land. Ahmad Shalby sammelt als Streetworker jeden Morgen Straßenkinder ein und bringt sie ins Caritas Schutzzentrum. Duschen, eine Mahlzeit, etwas spielen - einfach mal Kind sein. Dann geht es für viele wieder raus auf die Straße mit all den Gefahren. "Sexueller Missbrauch, auch durch ältere Straßenkinder, Entführung und immer wieder werden Straßenkindern illegal Organe entnommen und verkauft", sagt der Streetworker. Das Schutzzentrum will nicht nur von Tag zu Tag helfen, hier wollen sie die Kinder für immer von der Straße holen und ihre Zukunft gestalten. Bei manchen hat das schon geklappt, nach Jahren der Betreuung studieren jetzt sogar die ersten der ehemaligen Schützlinge an der Universität.
* USA: Die Kinder der Süchtigen
Jeden Tag sterben in den USA mehr als 150 Menschen durch Missbrauch von rezeptpflichtigen Schmerzmitteln oder Heroin. Der Präsident hat den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Betroffen sind auch rund drei Millionen Kinder, deren Eltern durch Drogen gestorben sind oder sich wegen ihrer Sucht nicht mehr um die Kinder kümmern können. Manche Abhängige denken erst um, wenn ihnen Tochter oder Sohn weggenommen werden. Dann soll ein Entzug helfen, die Kinder zurückzubekommen. * Dominica: Karibikinsel am Ende?
Hurrikan Maria fegte im September mit voller Stärke als erstes über die kleine Karibikinsel Dominica hinweg. Einst ein Tropenparadies mit üppigen Regenwäldern, durchzogen von Flüssen, mit aktiven Vulkanen, dutzenden Wasserfällen. Nun sieht es aus wie ein Schlachtfeld. Menschen ertranken in Riesenwellen, Häuser wurden in Stücke gerissen. Viele hier sehen sich und ihr Land als Opfer des Klimawandels, den sie nicht wollten. Im Gegenteil. Dominica hatte schon vor Jahren den Öko-Tourismus für sich entdeckt, es zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht. Eco-Lodges auf Stelzen statt Hotelbunker, nachhaltiges Bio-Obst vom Kleinbauern, Tierbeobachtung mit Tierschutz verbunden. Jetzt leben 3.000 Menschen in Notunterkünften. Keine Schule hat mehr geöffnet. Es gibt kaum noch Arbeit und die Hilfe aus dem Ausland läuft nur schleppend an.
* Taiwan: Wasserbüffel im Öko-Einsatz
Wenn er seinen 800 Kilo schweren Wasserbüffel wieder einmal vermietet hat, fährt Landwirt Kao I-Hsin sein Tier im Anhänger zum Zielort - meistens ein Reisfeld. Dort stapft Büffel Tao Tao dann durch knöcheltiefes Wasser, zieht den Pflug und die beiden sehen aus wie in Taiwan vor hundert Jahren. Denn sonst sind Trecker im Betrieb, nur noch etwa 50 Wasserbüffel werden in der Landwirtschaft Taiwans eingesetzt. Dabei haben Büffel viele Vorteile: Im Gegensatz zu schweren Traktoren verdichten sie den Boden nicht, sondern lockern ihn mit den Hufen auf - das schafft beste Bedingungen für den Reis. Der Reisbauer, der Büffel Tao Tao heute mietet, hat dadurch zwar Ausgaben. Aber auch weil er diese traditionelle Methode anwendet, kann er seinen Reis später als Bio-Reis für das Dreifache verkaufen. Jetzt hat ein Fund-Raising-Projekt in Taiwan den Wasserbüffel als wertvolle Investition entdeckt und fördert die Wiederbelebung der alten Tradition.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 25.11.2017 um 16:30 Uhr auf tagesschau24.