

* Indien: Vergewaltigung in der Ehe
Priya ist Anfang zwanzig und hat zwei Kinder, geboren in einer arrangierten Ehe. Jetzt ist sie in ein Frauenhaus geflohen, denn ihr Mann hat sie jahrelang gequält und missbraucht. Wenn er wieder mal Sex wollte und sie sich weigerte, verprügelte und vergewaltigte er sie. Ein Martyrium, gegen das Frauen in Indien sich nicht vor Gericht wehren können. Denn Vergewaltigung in der Ehe ist legal. Eine Sozialarbeiterin im Frauenhaus berichtet: "Eine indische Frau gilt als Eigentum ihres Vaters und nach der Heirat als das ihres Ehemanns. Sie hat keine Entscheidungsfreiheit. Sie muss sich fügen oder sie wird zusammengeschlagen." Frauenrechtler versuchen seit langem eine Gesetzesänderung herbeizuführen und kommen allenfalls schrittweise voran: Zuletzt entschied das Oberste Gericht, dass Männer künftig bestraft werden können, wenn sie ihre minderjährigen Ehefrauen zum Sex zwingen. Für Erwachsene fehlt jedoch weiterhin der rechtliche Schutz.
* Italien: Gesetz gegen Mussolini-Verherrlichung
Auch über 70 Jahre nach seinem Tod hat der italienische Diktator Benito Mussolini zahlreiche Anhänger und wird verehrt. Sein Konterfei und die Symbole der Faschisten werden mehr oder weniger offen gezeigt: etwa auf Etiketten von Weinflaschen, T-Shirts oder als Büsten. Mussolinis Geburtsort Predappio in der Emilia-Romagna wird im Jahr mehrfach regelrecht zum Wallfahrtsort für Mussolini-Fans und Neo-Nazis - auch aus dem europäischen Ausland. In Italien ist der faschistische Gruß mit erhobenem rechtem Arm immer wieder bei Spielen im Fußballstadion zu sehen. Doch jetzt soll die Verherrlichung des Faschismus per Gesetz verboten werden. Das Abgeordnetenhaus hat einen entsprechenden Entwurf angenommen, es fehlt aber noch die Zustimmung des Senats.
* Taiwan: Wasserbüffel im Öko-Einsatz
Wenn er seinen 800 Kilo schweren Wasserbüffel wieder einmal vermietet hat, fährt Landwirt Kao I-Hsin sein Tier im Anhänger zum Zielort - meistens ein Reisfeld. Dort stapft Büffel Tao Tao dann durch knöcheltiefes Wasser, zieht den Pflug und die beiden sehen aus wie in Taiwan vor hundert Jahren. Denn sonst sind Trecker im Betrieb, nur noch etwa 50 Wasserbüffel werden in der Landwirtschaft Taiwans eingesetzt. Dabei haben Büffel viele Vorteile: Im Gegensatz zu schweren Traktoren verdichten sie den Boden nicht, sondern lockern ihn mit den Hufen auf - das schafft beste Bedingungen für den Reis. Der Reisbauer, der Büffel Tao Tao heute mietet, hat dadurch zwar Ausgaben. Aber auch weil er diese traditionelle Methode anwendet, kann er seinen Reis später als Bio-Reis für das Dreifache verkaufen. Jetzt hat ein Fund-Raising-Projekt in Taiwan den Wasserbüffel als wertvolle Investition entdeckt und fördert die Wiederbelebung der alten Tradition.
Ägypten: Hilfsprojekt für Straßenkinder
Ahmad und Momen sind jede Nacht auf sich allein gestellt. Seit die beiden von zu Hause abgehauen sind, leben sie auf der Straße. Betteln, rauchen, Benzin schnüffeln. Die 17-Jährigen schlagen sich in Alexandria durch und sind nur zwei von geschätzt 100.000 Straßenkindern im Land. Ahmad Shalby sammelt als Streetworker jeden Morgen Straßenkinder ein und bringt sie ins Caritas Schutzzentrum. Duschen, eine Mahlzeit, etwas spielen - einfach mal Kind sein. Dann geht es für viele wieder raus auf die Straße mit all den Gefahren. "Sexueller Missbrauch, auch durch ältere Straßenkinder, Entführung und immer wieder werden Straßenkindern illegal Organe entnommen und verkauft", sagt der Streetworker. Das Schutzzentrum will nicht nur von Tag zu Tag helfen, hier wollen sie die Kinder für immer von der Straße holen und ihre Zukunft gestalten. Bei manchen hat das schon geklappt, nach Jahren der Betreuung studieren jetzt sogar die ersten der ehemaligen Schützlinge an der Universität.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 21.11.2017 um 23:30 Uhr auf NDR.