Diätpillen aus dem Internet
Billig und tödlich
Diätpillen aus dem Internet versprechen Abnehmen in Rekordzeit. Doch viele Präparate schaden, können für den Verbraucher sogar lebensgefährlich werden. "Frontal 21" hat Schlankheitspillen aus dem Internet bestellt. Eine Stichprobe im Labor ergab: Die Hälfte enthielt riskante Substanzen. Unter anderem fand man ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum, das zu erheblichen Nebenwirkungen führen kann wie Atemnot, Panikattacken und Suizidgedanken - ein bedrohliches Spiel mit der Gesundheit.
Die Not vieler Flüchtlinge
Zur Prostitution gezwungen
Er habe in Deutschland kaum eine Chance, Geld zu verdienen. Deswegen arbeitet Omar seit einigen Monaten in Berlin als Stricher. So wie dem 20-jährigen Syrer geht es vielen Flüchtlingen, nicht nur in der Hauptstadt. Diana Henniges von der Berliner Flüchtlingsinitiative "Moabit hilft" kennt viele von ihnen und weiß, unter welchem Druck sie stehen, da sie sich verantwortlich fühlen, ihre Angehörigen in der Heimat zu unterstützen.
Nach "Frontal 21"-Recherchen wird das Geschäft zwischen Flüchtlingen und Freiern offenbar auch von Sicherheitsleuten in den Flüchtlingsheimen vermittelt. Und nicht nur das: Auch Minderjährige sind unter den Strichern. Der zuständigen Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach (Linke), war das Problem der Zwangsprostitution und Zuhälterei in Berliner Flüchtlingsheimen bislang jedoch nicht bekannt.
"Frontal 21" hat mit Flüchtlingen über ihre Beweggründe gesprochen, Zuhälter und Freier getroffen, denen die Not der jungen Männer offenbar gleichgültig ist.
Erdogans Geiseln
Die Ohnmacht der deutschen Politik
Erpresst der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die deutsche Regierung, indem er willkürlich deutsche Bürger festnehmen lässt? Neben dem Journalisten Deniz Yücel sind noch zehn weitere Deutsche in türkischer Haft. In den bekannten Fällen lautet der Vorwurf von Seiten der Türkei: Unterstützung von Terroristen. Dabei ist die Beleglage dünn.
Peter Steudtner ist einer der Deutschen, die im Hochsicherheitsgefängnis Silivri vor den Toren von Istanbul hinter Gittern sitzen. "Die Anklage liest sich wie ein schlechter Roman", wird sein Anwalt zitiert. Als der Menschenrechtler aus Berlin im Juli 2017 bei einem Workshop in der Türkei dozierte, wurde er gemeinsam mit anderen Teilnehmern festgenommen. Am Mittwoch dieser Woche steht er vor Gericht.
"Frontal 21" berichtet über seinen Fall, spricht mit Anwälten von Inhaftierten und fragt, wie die Politik einer künftigen deutschen Regierung aussehen wird, wenn Erdogan sie gezielt unter Druck setzt.
Hohe Beiträge für Solo-Selbstständige
Verschuldet durch Krankenversicherung
Noch nie haben die Deutschen den gesetzlichen Krankenkassen mehr geschuldet. Inzwischen sind die Rückstände auf eine Rekordhöhe von über sieben Milliarden Euro gestiegen. Vor allem gering verdienende Selbstständige gehören zu denen, die sich ihre Beiträge nicht mehr leisten können. Der Anteil dieser sogenannten Solo-Selbstständigen ist durch zahlreiche staatliche Fördermaßnahmen wie etwa Zuschüsse für die Gründung von Ich-AGs auf insgesamt mehr als zwei Millionen gestiegen.
Dazu zählen Selbstständige, die keine Angestellten haben und in der Regel auch nicht sehr viel verdienen, also beispielsweise Paketzusteller, Blumenhändler oder Friseure. Für sie sieht der Gesetzgeber vor, dass ein fiktives Einkommen von etwa 2230 Euro angenommen wird. Davon müssen die Solo-Selbstständigen etwa 410 Euro Krankenkassenbeitrag zahlen. Doch viele von ihnen verdienen deutlich weniger, oftmals nur etwa 1000 Euro im Monat. Trotzdem müssen sie fast die Hälfte ihres Einkommens für ihre Krankenversicherung aufbringen. Ausnahmen gibt es nur wenige.
"Frontal 21" berichtet über Betroffene und fragt bei Politikern nach, ob das noch gerecht ist.
Discountpreise bei Ryanair
Billig auf Kosten der Mitarbeiter
"Die preisgünstigste Art, Europa zu erkunden" - mit diesem Versprechen wirbt die irische Billigfluggesellschaft Ryanair auf ihrer Internetseite. Doch nun schaden zahlreiche Flugstornierungen dem Erfolgsimage. Eine "verbockte Urlaubsplanung für die Piloten" sei die Ursache, heißt es vom Unternehmen.
Gemeinsame Recherchen von "WELT" und "Frontal 21" zeigen allerdings, dass bei Ryanair in Deutschland noch viel mehr im Argen liegt: So haben die Flugbegleiter etwa keine deutschen, sondern irische oder englische Arbeitsverträge und können damit viel einfacher entlassen werden. Sogar die Flugsicherheit sei durch die schlechten Arbeitsbedingungen im Unternehmen gefährdet, warnen die Betroffenen. Die Piloten stünden unter einem derart hohen Druck, dass sie selbst bei Krankheit fliegen würden. Ryanair bestreitet das.
"Frontal 21" über die miserablen Arbeitsbedingungen bei Ryanair, dem Discounter unter den Fluggesellschaften.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 27.10.2017 um 08:05 Uhr auf ZDFinfo.