

* Peru: Mauer trennt Arm und Reich
Nirgends ist die Grenze zwischen Arm und Reich so scharf und deutlich wie in der Hauptstadt von Peru in Lima. Eine fast zehn Kilometer lange Mauer, zum Teil mit Stacheldraht bewehrt, trennt hier Slums von Villenvierteln. Auf der einen Seite der Mauer gehört ein Pool zum Lebensstandard, die Nachbarn auf der anderen Seite haben nicht einmal Wasser zum Kochen und Waschen. Die Mauer quer durch die Stadt ist noch älter als die Berliner Mauer, aber sie steht noch immer und die extreme Ungleichheit in Perus Gesellschaft scheint zementiert zu sein.
* Schweiz: Ein Kuhflüsterer kämpft ums Kuhhorn
90 Prozent der Milchkühe in der Schweiz haben keine Hörner mehr. Ob die Enthornung dem Wohl der Tiere schadet oder nicht, ist wissenschaftlich nicht bewiesen - Tierschützer meinen aber, das Horn sei ein wichtiges Körperteil. Armin Capaul ist Bauer und kämpft für die Hörner seiner Kühe, wie Tausende andere Schweizer auch. Gegen die "Verstümmelung" wurde deshalb die "Hornkuh-Initiative" durch beinahe 121`000 Wahlberechtigte Schweizer ins Leben gerufen. Bauern, die fortan ihren Kühen und Ziegen die Hörner lassen, sollen laut der Initiative vom Bund subventioniert werden.
* Thailand: Kita-Kids im Boxring
Die kleine Massalin ist fünf Jahre alt und Kickboxerin. Sie trainiert sechs Mal die Woche. Trainiert wird Massalin vor allem von ihrem Vater. Nopparti Yuhanngor bekommt in seinem Beruf als Handwerker gerade so den Mindestlohn von umgerechnet 230 Euro. Wie die meisten der vielen armen Familien wollen auch die Yuhanngors, dass ihr Kind durch die beim Thaiboxen ausgelobten Prämien etwas dazuverdienen. Das Verletzungsrisiko in dieser Kampfsportart ist groß. Ausländische Ärzte warnen besonders vor Gehirnschäden, zum Beispiel früher Demenz. Aber Thailands Behörden berufen sich auf die jahrhundertealte Tradition des Muay Thai. Bis heute gibt es in Thailand keine ernsthaften Anstrengungen, Kinder vor Kämpfen zu schützen.
* USA: Frisches Obst vom Boot
Mitten im Industriegebiet liegt eine grüne Oase. Ein Garten voller Köstlichkeiten: Äpfel, Melonen, Paprika. Ein Stadtgarten der ganz anderen Art -denn er schwimmt. Es handelt sich um ein Kunstprojekt mit ganz praktischem Nutzen. Das Obst-und Gemüseboot Swale liegt in der Bronx vor Anker, dem ärmsten Stadtteil New Yorks. Miserable Ernährung und Fettleibigkeit sind hier ein großes Problem. Rund ein Drittel in der Nachbarschaft lebt ohne Zugang zu frischen und nährstoffreichen Produkten. Im Fach Jargon gilt die Bronx als "Lebensmittel-Wüste". Doch seit das Boot alle paar Monate vorbeischippert und jeder umsonst ernten darf hat sich die Lage etwas verbessert. Denn nur weil der Garten auf dem Wasser schwimmt ist öffentliches ernten erlaubt. In New Yorker Parks ist "Sammeln und Pflücken" nämlich verboten.
* Angola: Stahlgewinnung aus alten Waffen
27 Jahre herrschte Bürgerkrieg in Angola. Mit schwerem Gerät wurde gekämpft. Geblieben ist davon oft nur Schrott - übers ganze Land verteilt. Zurück bliebr ein riesiger Friedhof voller zerstörter Panzer und Kanonen. Aus den Waffen der Vergangenheit entsteht nun die Zukunft des Landes - so sieht es Vorarbeiter Jose Simao. Er und seine Kollegen zerlegen was sie aus dem ganzen Land zusammengetragen haben. Dann geht es in kleinen Teilen in die Stahlfabrik nebenan. Bisher musste Angola Stahl meist importieren, denn er ist hier Mangelware, genauso wie Reis oder Getreidemehl. Fast 200.000 Tonnen Stahl werden hier im Jahr produziert - etwa die Hälfte dessen was das Land benötigt. Und die Fabrik ist eine der wenigen, die nichts mit der Ölindustrie zu tun haben - von der ist Angola bisher völlig abhängig.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 26.09.2017 um 23:30 Uhr auf NDR.