

Immer mehr Menschen gehen, wenn sie krank sind, zum Heilpraktiker. Sie erhoffen sich dort eine sanftere Behandlung, die auf Medikamente verzichten kann. Vor allem aber mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung. Was viele allerdings nicht wissen: Obwohl sie mit Blut hantieren und Spritzen geben dürfen, werden Heilpraktiker kaum staatlich kontrolliert. Kontrollen vom Gesundheitsamt betreffen nur die Hygiene, aber nicht die Qualifikation. Mit dem Tod dreier Krebspatienten nach einer Behandlung in einem alternativen Krebszentrum in Nordrhein-Westfalen ist die Ausbildung von Heilpraktikern verstärkt in die Kritik geraten. In Österreich ist Heilen nur Ärzten vorbehalten. Die Ausübung durch Laien wird als "Kurpfuscherei" geahndet. In der Schweiz gibt es vier geschützte Fachrichtungen der Komplementärmedizin, für die es nationale Diplome gibt, und die staatlich geprüft werden. In Deutschland genügen der Hauptschulabschluss und eine sehr allgemein gehaltene Prüfung. Eine theoretische und praktische Ausbildung in der jeweiligen Therapie-Ausrichtung ist freiwillig und muss nicht nachgewiesen werden.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 30.08.2017 um 22:00 Uhr auf BR.