

Eine stolze Viermastbark? Von wegen. Sie kann nicht mehr fahren, auch kaum noch im Dock stehen. Die "Peking" ist eine alte Rostlaube und soll nun in einem noch größeren "Dockschiff" über den Atlantik gebracht werden! Kann das gut gehen? Die "Peking" war doch schon so gut wie reif für den Schrott und Hochofen.
Noch vor zwei Jahren hätte niemand einen Euro darauf verwettet, dass dem legendären Flying P-Liner, 1911 gebaut bei Blohm + Voss, die Verschrottung erspart bleibt. Der einstige Stolz der Laeisz-Reederei war in den 1930er-Jahren nach England verkauft worden. Seit den frühen 1970er-Jahren fristete das Schiff in Manhattan, einem Stadtbezirk von New York City, unter der Brooklyn Bridge sein Gnadenbrot. Ein Museumsschiff mit verrosteten Schiffswänden und morschen, brüchigen Decks und kaum noch Besuchern.
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat wirklich in allerletzter Minute das Schiff als Geschenk der US-Amerikaner übernommen, um daraus das Flaggschiff für das zukünftige Deutsche Hafenmuseum Hamburg zu machen. In der Peters Werft an der Elbe soll die "Peking" restauriert werden. Aber dahin muss sie erst einmal kommen. Und das geht nur mit Fachpersonal:
Joachim Kaiser, Vorstand der Stiftung Hamburg Maritim, hat den Verfall der Viermastbark seit Jahrzehnten beobachtet. Mit seinem Sachverstand und seiner hanseatischen Begeisterung ist das Schiff bereits im September 2016 von Manhattan aus zu einer Werft nach Staten Island an die Ostküste der USA manövriert worden. Dort soll es reiseklar gemacht werden.
Ben Lodemann, Ältermann der Lotsenbrüderschaft Elbe, weiß aus seiner Zeit als Kapitän, wie Transporte von eigentlich unverschiffbarer Fracht gelingen können, an welchen Stellen der alte Segler doch noch belastbar ist und wo nicht. Seit Monaten macht er sich mit anderen Ingenieuren Gedanken, wie und wo die "Peking" im Dockschiff gelascht und sogar festgeschweißt werden muss, damit sie in der Dünung des Atlantiks nicht aus der Form und in sich zusammen fällt.
Und schließlich muss Oleg Mamotenko, Kapitän des Dockschiffs "Combi Dock III" von der Bremer Reederei Combi Lift, genau wissen, was er seiner Spezialfracht auf dem Ozean zumuten kann und was nicht. Zum Glück hat er jemanden dabei, der die "Peking" täglich prüft: Joachim Kaiser ist als "technischer Überwacher" auf dem Transport mit dabei. Er wird doch "sein" Schiff nicht im Stich lassen, wenn es sich noch einmal der Herausforderung stellt, für die es die Hamburger einst gebaut haben: den Atlantik zu überqueren!
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 30.08.2017 um 11:30 Uhr auf NDR.