ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Länder-Menschen-Abenteuer

Pakistan - Spurensuche im Fels
Dienstag, 15.08.2017 13:15 Uhr
ARD alpha
Dienstag
15.08.2017
13:15 Uhr
Teilen:
Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Im Norden Pakistans an den Ufern des Indus befindet sich die größte Felsbild-Galerie der Welt: bis zu 60.000 Gravuren und Ritzungen, die ältesten 6.000 Jahre alt. Zu allen Zeiten war der Indus die kürzeste Landverbindung zwischen Innerasien und Indien, ein Seitenzweig der einstigen Seidestraße. Krieger, Händler, buddhistische Pilger und Missionare waren auf dieser Route unterwegs. Und als wäre das Flussufer ein Gästebuch, hinterließen sie auf den Kieseln am Indus ihre Signaturen: Bilder ihrer kulturellen und sozialen Traditionen, Symbole ihrer Religionen, szenische Darstellungen, Inschriften... Vor allem der Siegeszug des Buddhismus ist am Indusufer in Stein dokumentiert. Ein Heidelberger Forscherteam erforscht fast seit 20 Jahren diesen unermesslichen Schatz. Doch jetzt ist klar: es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Pakistan plant am Oberen Indus ein gigantisches Staudamm-Projekt. Die historischen Felsbilder werden zu mehr als 70 Prozent überflutet, der Heidelberger Archäologe Harald Hauptmann spricht von einem kulturellen Totalverlust.
Der Film begleitet die Arbeiten der deutschen Forscher und macht sich auf die Suche nach dem Ursprung der buddhistischen Bilder und Inschriften der Felsbildstation. Es ist die Suche nach Gandhara, dem einstigen buddhistischen Königreich auf den Boden des heutigen Pakistan. Zentrum dieser einzigartigartigen Kultur war das heutige Peschawar, die Schmugglermetropole am Khyber-Pass. Dort befindet sich die größte Sammlung von Gandhara-Kunstobjekten weltweit - und gleichzeitig das Zentrum eines weltweit operierenden illegalen Kunsthandels. Von Peshawar fährt das Team des Südwestrundfunks zu den archäologischen Stätten des Gandhara-Reichs in der unruhigen Nordwest-Grenz-Provinz. Versteckt in Tälern und Hügellandschaften stößt man auf buddhistische Klosterruinen und Felsskulpturen in ungeahnt hoher Anzahl. Doch bis auf die UNESCO-geschützten Klöster von Takht-i-Bahi und Taxila sind die meisten Gandhara-Zeugnisse in akuter Gefahr. Hunderte von einsam gelegenen Felsbilder sind zunehmend mutwilliger Zerstörung ausgesetzt. Religiöse Fanatiker sehen in ihnen eine Verletzung des Abbildungsverbots des Islam. Kaum eine Skulptur, deren Gesicht nicht durch Steinwürfe und Gewehrschüsse zerstört ist. Die Archäologen sind machtlos. Pakistan scheint nicht in der Lage, seinem kulturellen Erbe ausreichend Schutz zukommen zu lassen.
Der Film macht auf einen Bildersturm aufmerksam, der im Westen kaum wahrgenommen wird, der in seinem Ausmaß jedoch nicht geringer zu bewerten ist als die Zerstörung der Riesenbuddhas von Bamyan durch fanatische Taliban 2001 in Afghanistan.
Thementag "Indien & Pakistan"

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 15.08.2017 um 13:15 Uhr auf ARD alpha.