Mao Zedong

Mao Zedong oder Mao Tse-tung (chinesisch 毛澤東 / 毛泽东 , Pinyin Máo Zédōng , W.-G. Mao Tsê-tung , IPA–Umschrift mau̯ ʦɤtʊŋ , anhören ? /i ; * 26. Dezember 1893 in Shaoshan; † 9. September 1976 in Peking) war ein chinesischer Revolutionär, Politiker und Parteiführer, der 1949 die Volksrepublik China ausrief und faktisch bis zu seinem Tod führte. Er gehörte 1921 zu den Mitbegründern der Kommunistischen Partei Chinas, die er von 1935 an dominierte. Die politische Bewegung des Maoismus ist nach ihm benannt.

Mao wurde in eine wohlhabende Bauernfamilie geboren und ging als junger Mann nach Changsha, wo er vor dem Hintergrund der Xinhai-Revolution 1911, durch die die Republik China entstand, und der Bewegung des vierten Mai 1919 begann, revolutionäre Gruppen aufzubauen und Schriften herauszugeben. 1918 lernte er in Peking mit Li Dazhao und Chen Duxiu die damals einflussreichsten Kommunisten Chinas kennen, 1921 war er Teilnehmer der Gründungsveranstaltung der Kommunistischen Partei. Zwei Jahre später wurde er in ihr Zentralkomitee gewählt. Während der Ersten Einheitsfront mit der Kuomintang hatte Mao auch hohe Kuomintang-Posten inne und begann, sich für die Mobilisierung der Bauern für eine Revolution zu interessieren. Nach dem Bruch der Einheitsfront scheiterte Maos Herbsternte-Aufstand, wonach er sich mit den verbliebenen Aufständischen ins Jinggang-Gebirge zurückzog. Dort gründete er mit Zhu De die chinesische Rote Armee und schuf ein Basisgebiet, aus dem später der Jiangxi-Sowjet und die chinesische Sowjetrepublik werden sollten. In der Partei, die damals von in der Sowjetunion ausgebildeten Funktionären dominiert wurde, vertrat Mao mit seinen Ansätzen von ländlicher Revolution und Guerilla-Strategie Außenseiterpositionen und verlor an Einfluss. Nach dem Verlust des Sowjets und dem Beginn des Langen Marsches konnte Mao im Januar 1935 mit seinen Anhängern wie Zhou Enlai und Zhang Wentian die Kontrolle über Armee und Partei erlangen.

Im neuen Basisgebiet von Yan’an konnte Mao mit Hilfe von Berichtigungskampagnen den Einfluss der Bolschewiken in der Partei zurückdrängen und er begann um sich einen Personenkult nach Josef Stalins Vorbild aufzubauen. Die Rote Armee kämpfte im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg erneut in einer Einheitsfront, Mao gab jedoch nie die Kontrolle über seine eigenen Truppen auf. 1945 wurde er zum Vorsitzenden der Kommunistischen Partei gewählt, während ein Friedensschluss mit Chiang Kai-shek scheiterte. Im darauf folgenden Bürgerkrieg konzentrierte Mao seine Truppen erneut auf die ländlichen Gebiete und ließ in den kommunistisch kontrollierten Regionen Reformen im Sinne der Neuen Demokratie durchführen. Die Volksbefreiungsarmee erhielt großen Zulauf und konnte die Kuomintang-Truppen in mehreren wichtigen Schlachten besiegen. Am 1. Oktober 1949 rief Mao die Volksrepublik aus.

In den ersten Jahren stand der Wiederaufbau Chinas unter dem Konzept der Neuen Demokratie im Vordergrund; China wurde von Stalin jedoch gegen Maos Willen in den verlustreichen Koreakrieg gezwungen. Nach dem Tod Stalins begann Mao, China stärker zu stalinisieren, die Kollektivierung wurde teils mit Gewalt vorangetrieben und politische Gegner verfolgt. Unter dem Eindruck der Aufstände in Polen und Ungarn lud Mao die Intellektuellen ein, seine Politik in der Hundert-Blumen-Bewegung 1956/57 zu kritisieren; mit der Kampagne gegen die Rechtsabweichler ließ er kurz darauf zahlreiche seiner Kritiker in Lager verschleppen. 1958 wollte Mao den Sozialismus auf schnellerem Weg als in der Sowjetunion aufbauen. Sein auf utopischen Ideen beruhender Großer Sprung nach vorn scheiterte und zog die Große Chinesische Hungersnot nach sich. Parallel dazu hatten Mao und Nikita Chruschtschow sich zerstritten, das chinesisch-sowjetische Zerwürfnis war die Folge. Mao zog sich 1959 von der Spitze der Regierung in die zweite Reihe zurück und überließ die wirtschaftliche Konsolidierung Politikern wie Liu Shaoqi und Deng Xiaoping. Ab 1962 begann er, deren Maßnahmen als bourgeois zu kritisieren und warf ihnen vor, sie würden China degenerieren lassen wie die Sowjetunion unter Chruschtschow. In der Kulturrevolution, die Mao 1966 lancierte, ließ er die revolutionären Massen und die Roten Garden die Kontrolle über den Staat übernehmen und kapitalistische Wegbeschreiter verfolgen. Mit Lin Biao, Liu und Deng verlor Mao drei potentielle Nachfolger durch Absetzung oder Tod. Während der Kulturrevolution erlaubte Mao jedoch auch die ersten Schritte zur Normalisierung der Beziehungen mit den USA.

Nach Maos Tod wurde Hua Guofeng sein direkter Nachfolger. Er machte die größten Exzesse der Kulturrevolution rückgängig, etwa durch die Verhaftung der Viererbande. Hua wurde jedoch schrittweise von einer Gruppe von Deng Xiaoping von der Macht verdrängt. Sie machte Maos Gesellschaftspolitik größtenteils rückgängig und damit den Weg zu einem schnellen wirtschaftlichen Aufholprozess frei. Es gab in China jedoch nie eine Entmaoisierung. Mao wird als Staats-, Armee- und Parteigründer auch heute noch verehrt, sein Porträt hängt nach wie vor an prominenter Stelle am Tor des Himmlischen Friedens. Im westlichen Ausland gilt er hingegen auch als Verbrecher und Massenmörder. Ungeachtet der um seine Person geführten Kontroversen gilt Mao als einer der einflussreichsten Politiker der Geschichte und wurde 1998 vom Time Magazine zu einem der 100 wichtigsten Menschen des 20. Jahrhunderts gekürt.

Quelle: Wikipedia

Details

Vorname:Zedong
Geburtsdatum:26.12.1893 (♑ Steinbock)
Geburtsort:Shaoshan
Sterbedatum:09.09.1976
Sterbeort:Zhongnanhai
Nationalität:Volksrepublik China
Ethnie:Han-Chinesen
Sprachen:Chinesisch; Mandarin; Xiang;
Geschlecht:♂männlich
Berufe:Politiker, Dichter, Schriftsteller, Philosoph,

Merkmalsdaten

GND:118577425
LCCN:N/A
NDL:N/A
VIAF:51699962
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LCNAF:n78087649
Filmportal:N/A
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Datenstand: 12.12.2019 12:52:30Uhr