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Ich bin Viele

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Wird am 09.08.2027 um 00:00 Uhr depubliziert

Das Krankheitsbild "Dissoziative Identitätsstörung" wird so definiert, dass mindestens zwei verschiedene Persönlichkeitszustände vorliegen, die abwechselnd Kontrolle über das Verhalten eines Menschen übernehmen. Dazu treten oft gravierende Erinnerungslücken auf. Zwölf verschiedene Persönlichkeiten Ihre zwölf Persönlichkeiten bringen Sabrina immer wieder in herausfordernde Situationen. Die jüngste ist ungefähr ein Jahr alt, dann gibt es eine Vierjährige, die sehr häufig im Alltag da ist, bis hin zu erwachsenen Persönlichkeiten. Jede von ihnen hat ihren eigenen Charakter, unterschiedliche Hobbys und Fähigkeiten. Im Alltag bedeutet das oft Konflikte und Chaos. Ein Ausflug in den Wald, ein Einkauf am Kiosk – Sabrina weiß nie, was sie erwartet. Jederzeit kann es zu einem Persönlichkeitswechsel kommen. Um solche Situationen in den Griff zu bekommen, hat die ehemalige Lehrerin verschiedene Hilfssysteme für sich entwickelt. In ihrer Küche hängen detaillierte Tagespläne, die helfen, den Alltag zu strukturieren; außerdem Piktogramme, damit sich auch die kindlichen Sabrinas jederzeit orientieren können. Seit ihrer Diagnose vor rund zehn Jahren hat Sabrina einen Weg gefunden, offen mit ihren Persönlichkeiten umzugehen. Das Ergebnis: ein Leben im ständigen Kompromiss. Psychische Erkrankungen in Deutschland In Deutschland leidet fast jeder dritte Mensch laut Bundesgesundheitsministerium im Laufe seines Lebens an einer psychischen Erkrankung. Eine davon ist die "Dissoziative Identitätsstörung". Verschiedene Studien gehen für diese Erkrankung von einer Prävalenz von 0,5 bis 1 Prozent in der Gesamtbevölkerung aus. Damit tritt sie ähnlich häufig auf wie Schizophrenie. Prof. Dr. Ulrich Sachsse, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, beschäftigt sich seit 1989 mit dem Krankheitsbild: "Auslöser sind meist schwere, traumatische Erfahrungen in der Kindheit. Um Unerträgliches erträglich zu machen, werden diese Erlebnisse abgespalten. Ein wichtiger Schutzmechanismus, um zu überleben, der sich bei wiederholter Traumatisierung jedoch verfestigen kann. So entstehen eigenständige Persönlichkeitsanteile." "37°" geht der Frage nach, wie es sich anfühlt, zu zwölft in einem Körper zu sein. Und ob es "zu zwölft" überhaupt möglich ist, dauerhaft Freundschaften zu schließen. Unsere Protagonistin Sabrina hatte den Mut und das Vertrauen, sich zu öffnen und uns einen Einblick in ihre Welt zu gewähren. Es geht in diesem Film um ihre ganz persönliche Geschichte, die sich nicht eins zu eins auf andere DIS-Patienten übertragen lässt. 37 Grad-Autorin Julia Luhnau über den Film Erstes Kennenlernen Ich bin vor rund zwei Jahren durch Zufall auf Sabrina gestoßen. Sie hat einen Blog und schreibt darin vorrangig über ihren Alltag mit Assistenzhund. Ihre Dissoziative Identitätsstörung beschrieb Sabrina darin so: „Mein Krankheitsbild ist sehr komplex. So komme ich bei anderen Menschen teilweise komplett gesund rüber und dann wieder sehr krank. Das ist das Schwierigste für mich.“ Das weckte meine Neugierde. Nachdem ich Sabrina angeschrieben habe, haben wir über Monate telefoniert. Montags, am liebsten vormittags, begrenzt auf eine Stunde, das war unser Termin. Als es dann zum ersten persönlichen Treffen kam, habe ich mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht: Wie werde ich auf kindliche Persönlichkeit reagieren? Wird es verkrampft oder komisch sein? Bei einem Spaziergang im Wald kam dann plötzlich eine kindliche Sabrina zum Vorschein. „Karla Kolumna“, so nannte sie mich, wie die rasende Reporterin aus Benjamin Blümchen. Zeit zum Nachdenken hatte ich kaum. Auf einmal musste ich Kinderfragen beantworten, sperrige Begriffe erklären und ihr meine kleine Kamera zeigen, die ich dabei hatte. Wie bei einem Kind eben. Ein ausgeklügelter Schutzmechanismus Im Laufe der Zeit erzählte mir Sabrina auch von ihren traumatischen Erlebnissen aus der Kindheit. Sie gewährte mir Einblick in ihre Krankenakte und Therapie-Unterlagen, ich konnte mit ihrem persönlichen Umfeld sprechen, mit jahrelangen Wegbegleitern. Mein ursprünglicher Ansatz für einen Film war: Ein erfolgreiches Leben trotz dieser Diagnose zu zeigen. Dieses Verständnis änderte sich während der Recherche. Das Abspalten traumatischer Erinnerungen ist eine ausgeklügelte Strategie, die sich unser Gehirn ausgedacht hat, ein wichtiger Schutzmechanismus. Für viele Betroffene ist ein Leben nicht trotz, sondern durch Dissoziative Identitätsstörung überhaupt möglich. Herausfordernde Dreharbeiten Sabrina legt zwar viel Wert auf Struktur im Alltag, doch kein Drehtag verlief wie geplant: Ich wusste nie, wer mir die Tür aufmacht und mit wem ich den Tag verbringen würde. Die Persönlichkeitswechsel unter den Erwachsenen sind von außen nicht immer erkennbar. Ich bin mir nicht sicher, wie viele Sabrinas ich während der Zeit kennengelernt habe. Einige, würde ich vermuten. Manchmal klingelte mein Telefon und eine kindliche Stimme war dran, eine kleine Sabrina, die Langeweile hatte und einfach quatschen wollte. Mir imponiert Sabrinas Entscheidung, alle Persönlichkeiten zu akzeptieren und ihnen bewusst Raum zu geben. Das macht sie mit viel Liebe und Kreativität. Die meisten Sabrinas haben in der Wohnung eigene Kleidung, Spielsachen, Filme und Bücher. Alle dürfen existieren, auch die destruktiven Persönlichkeiten – solange sie einander nicht schaden. </ul> </section> Hilfsangebote in schwierigen Situationen 37 Grad - Hilfe holen!&nbsp; (1/6) Schnelle Hilfe: Telefonseelsorge (0800 111 0 111), Nummer gegen Kummer (116 111), im Notfall Polizei (110) oder Rettungsdienst (112) anrufen! 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Anzahl Bilder 6 Bilder · Doku Quelle: ZDF Weitere Reportagen 37 Grad - Nur keine Panik!&nbsp; Untertitel Audiodeskription 80 Millionen Menschen leben in Deutschland, jeden achten trifft es irgendwann: Angststörungen - eine tückische Krankheit unabhängig von Bildungsstand, Alter, sozialem Status und Geschlecht. 23.07.2018 Videolänge 29 min · Doku UT AD Jetzt abspielen einfach Mensch - Mein Leben mit Borderline&nbsp; Untertitel Deutsche Gebärdensprache Ein Leben in Extremen, eine emotionale Achterbahn mit innerem Schmerz: In Deutschland haben ungefähr zwei Prozent der Bevölkerung das Borderlinesyndrom. 04.09.2021 Videolänge 15 min · Gesellschaft UT DGS Jetzt abspielen 37 Grad - Trauma: Mehr als nur Wut&nbsp; Luna ist ein sogenannter "Systemsprenger": Aggression, Wut, Eskalation prägen ihre Kindheit. 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Bildquelle: ZDF Presseportal
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Herkunft: ZDF-Mediathek
Sender: ZDF
Depublizierung: 09.08.2027 00:00 Uhr
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