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Gipfelstürmer

ZDF-Mediathek ZDF
Wird am 18.10.2026 um 23:57 Uhr depubliziert

Grenzen entstehen im Kopf, sagt der Motivationsredner und Buchautor. Er versucht immer wieder, seine eigenen zu verschieben. Seine Behinderung soll ihn nie davon abhalten, etwas zu tun, was er sich vorgenommen hat: Das ist seine Haltung. Ein langer Weg: "Seinen Körper annehmen, wie er ist." Janis ist 28 und hat im Leben einiges erreicht: Wirtschaftswissenschaften studiert, zwei Bücher geschrieben und sich als Motivationsredner etabliert. Er wächst auf in einer großen Familie in Bochum. Sie hilft ihm, "so viel wie nötig und so wenig wie möglich", sagt Janis. Im Haus der Familie bringt er sich bei, die Treppen hochzusteigen, in der Schule schreibt er mit dem Mund. So macht er bereits früh die Erfahrung, dass Grenzen mit Willen und Kreativität überwunden werden können. Im Alter von acht Jahren trifft ihn dennoch bei einem Blick in den Spiegel das plötzliche Bewusstsein für seine Lage: "Ich bin ja nur ein Rumpf mit Kopf! So hatte ich mich bisher nie wahrgenommen! Auf einmal schämte ich mich für das, was ich bin." Janis zieht sich zurück. Fast zehn Jahre führt er den inneren Kampf mit sich selbst. Er meidet Schulfeste, um sich nicht den Blicken oder Kommentaren anderer auszusetzen. Er versucht, mit Prothesen zu gehen, um die Behinderung zu verstecken. Doch kurz vor dem Abitur beschließt er, sich und seinen Körper anzunehmen, wie er ist. Diese Entscheidung ändert sein Leben. Die eigenen Grenzen hinterfragen "Dass ich keine Arme und Beine habe, darf niemals in meinem Leben der Grund dafür sein, etwas nicht zu tun." Nach diesem Credo lebt der 28-Jährige seither. Den Touchscreen seines Handys bewegt er mit den Lippen, sein Auto navigiert er mit Sprachsteuerung, und für kurze Strecken "zu Fuß" hüpft er mit seinem Gesäß voran. Egal ob mit Auto, Bahn, Flugzeug oder Rolli, Janis ist ständig unterwegs. Als Motivationsredner hält er weltweit Vorträge in Unternehmen und Hilfsorganisationen. Er möchte andere Menschen dazu inspirieren, die eigenen Grenzen immer wieder zu hinterfragen, und sich zu trauen, Neues zu wagen. Er selbst tut das immer wieder. Sein nächstes Ziel: die Besteigung des Kilimandscharo. "Wenn mir Arme und Beine fehlen, leihe ich mir welche", sagt Janis. Und oft sind es die seiner Freunde Sven und Torsten. Um gemeinsam auf Reisen gehen zu können, tüftelten die beiden Mittvierziger mit Janis an einer Lösung. Das Resultat: Wo der Rolli nicht hinkommt, trägt Lehrer Torsten den rund 30 Kilogramm schweren Janis in einem Rucksack. Der Gipfel des Kilimandscharo wird eine besondere Herausforderung für die Freunde, denn während des Aufstiegs auf etwa 5895 Meter Höhe wird der Sauerstoff knapper, und die Belastung für alle nimmt täglich zu. Immer wieder kommen die Freunde an den Punkt, wo sie ihre Grenzen erreichen und überlegen, umzukehren. Zwischen Alltag und Abenteuer Wie führt man ein selbstbestimmtes Leben, wenn man auf die Hilfe anderer angewiesen ist? Was bedeutet es, sich dabei in Extremsituationen zu begeben, in der Scheitern durchaus möglich ist? Die "37°"-Reportage begleitet Janis in seinem Alltag, wenn er zwischen seinen Speakerjobs und den Reisevorbereitungen pendelt. Die Zuschauer erleben, wie in der Freundschaft von Janis, Sven und Torsten körperliche Unterschiede keine Rolle spielen. Und sie sind dabei, wenn die Freunde ihr bisher größtes Abenteuer erleben: den Aufstieg auf das höchste Bergmassiv Afrikas. 37 Grad-Autorin Simone Grabs über die Dreharbeiten: Keine Arme, keine Kekse? Kaffeebohnen stampfen geht ganz schön in die Arme, sagt Janis, lacht und übergibt mir den mannshohen Holzstößel. Vor Aufbruch zur Wanderung dürfen wir uns am Fuße des Kilimandscharo auf einer Kaffeefarm bei der Verarbeitung der Bohnen ausprobieren. Wie kann ein Mensch ohne Arme und Beine so geschickt sein? Und mit dem „Rest“ des Körpers mitanpacken? So elegant mit Stummel, Schulter und Kinn aus der Kaffeetasse trinken, mit den Lippen den Keks vom Teller nehmen und nebenbei flink das Smartphone bedienen? Fotos bearbeitet er übrigens immer selbst, bevor er sie auf einem seiner Social Media Kanäle veröffentlicht. Eitel ist er, der Janis McDavid. Immer die coolsten Klamotten am Leib und ein Käppi auf, wenn mal wieder die Frisur nicht sitzt wie gewünscht. Janis ist hübsch – und das weiß er auch. Wie hat er es eigentlich geschafft, so eine coole Socke zu werden, wollten meine Co-Autorin Marie Tiemann und ich wissen. Influencer, Motivational Coach, Keynote Speaker – weltweit gebucht. Es ist eine längere Geschichte, nachzulesen in Janis´s Büchern. „Mein bestes Leben“ heißt sein erstes. Und es ist schon erstaunlich zu sehen, wie ein Mensch ohne Arme und Beine so viel glücklicher und entspannter sein kann als die meisten anderen. Wer tiefer einsteigt in seine Lebensgeschichte, erfährt, dass das nicht immer so war. Mit acht Jahren ist ihm das erste Mal so richtig bewusst geworden, wie anders er ist. „Ein Kopf und ein Rumpf!“ Ein Schock, damals vor dem neuen Spiegel im Flur des elterlichen Zuhauses. Janis: Ein Vorbild Dann begann sein Kampf – gegen sich selbst.  Er hat versucht, mit Prothesen seine Behinderung zu kaschieren. Als das nicht klappte, versteckte er sich viele Jahre. Mit 18  wurde ihm klar: Wenn er weiter versucht, „normal“ zu sein, würde er immer der Norm hinterherhinken. Er hat sich stattdessen für etwas anderes entschieden: eine Haltungsänderung. Weg vom „So muss man sein“. Hin zum „So bin ich halt“. Und ich schaue, welche Möglichkeiten mir das Leben bietet. Im Sehen von Möglichkeiten ist er Profi geworden, im Ausprobieren ein Fan. Mit seinem Mut ist er uns Autorinnen und vielen anderen zum Vorbild geworden: was alles möglich ist, sieht man erst, wenn man sich auf den Weg ins Neuland macht. Diese Erfahrung war bei den Dreharbeiten auch eine ganz persönliche Erfahrung für mich selbst. Ich hatte die Ehre, Janis und seine Freunde bei ihrer Wanderung auf den höchsten Berg Afrikas zu begleiten. Von diesem Berg hatte ich  schon immer geträumt, aber nicht gewagt, ihn zu besteigen. Diese Tour hat meine Grenzen elastischer gemacht und mir gezeigt, dass ich mehr kann, als ich dachte. Freunde für´s Leben „Wenn ich Arme oder Beine brauche, dann leihe ich sie mir,“ sagt Janis. Und auch wenn er erstaunlich selbständig unterwegs ist: Janis könnte dieses Leben nicht leben, ohne seinen Freundeskreis, der ihn hier und da unterstützt. Die Freunde tun es nicht aus Mitleid, und sie täten es nicht, wenn Janis nicht  wirklich ein Freund wäre. Einer mit dem man Spaß haben kann, einer, der für gemeinsame Erlebnisse sorgt, der organisiert und motiviert. Janis ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Führungskraft. Er hat das Charisma, trifft den richtigen Ton, hat coole Ideen und reißt mit. Die Freunde ergänzen sich, jeder ist anders und übernimmt unterschiedliche Funktionen im Teamgefüge. Sven ist die zuverlässige Hand im Hintergrund, sei es bei der Morgentoilette oder an der Kamera für Janis´ Vlog. Lei ist die Sonne – er strahlt mit Janis guter Laune um die Wette. Gero sorgt für Struktur und unterstützt mit Fakten und vorausschauender Tatkraft. Und Torsten ist Torsten. Bärenstark, eigensinnig, kämpferisch. Ohne Torstens Kraft, Ausdauer und Willensstärke hätten es die Freunde niemals gewagt, dieses verrückte Abenteuer anzugehen. Ein Team, ein gemeinsamer Traum Zum Glück hatte auch Torsten die Größe, sich Arme und Beine zu leihen, wenn er mal mit seinen Kräften am Ende war. Die Träger und Guides, die uns begleiteten, sind auf der Reise zu Freunden geworden. Freunde,  die da sind, wenn die eigenen Ressourcen am Limit sind.  Freunde, die das reingeben, was gerade fehlt. Es geht eben darum, gemeinsam in Möglichkeiten zu denken. „One team, one dream“ – so das Motto unserer Wandergruppe. Die Erkenntnis: Jeder ist anders und das ist gut so. Oder wie Janis es sagt: „Alle anderen gibt es schon.“ </ul> </section> Mehr mit Janis bei der Reportagereihe "Einfach Mensch" einfach Mensch - High Hopes – auf zum Gipfel&nbsp; Janis McDavid wurde ohne Arme und Beine geboren. Für ihn ist das kein Grund, etwas nicht zu versuchen. Er hat eine Menge im Leben erreicht, weil Grenzen reine Kopfsache sind. Videolänge 15 min · Gesellschaft Mehr Reportagen 37 Grad - Wirklich beste Freunde&nbsp; Untertitel Nico, 27, ist durch eine Muskelkrankheit nahezu bewegungslos geworden. Betreut wird er von seinen Freunden. 37 Grad zeigt, wie sich die Freundschaft seit der Schulzeit entwickelt. 28.11.2017 Videolänge 29 min · Doku UT Jetzt abspielen einfach Mensch - High Hopes – auf zum Gipfel&nbsp; Untertitel Deutsche Gebärdensprache Janis McDavid wurde ohne Arme und Beine geboren. 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Bildquelle: ZDF Presseportal
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Herkunft: ZDF-Mediathek
Sender: ZDF
Depublizierung: 18.10.2026 23:57 Uhr
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