

Unter der NS-Besatzung erlebte der Kunstmarkt in Frankreich einen unerhörten Boom. Zwischen 1940 und 1944 sollen etwa 100.000 Kunstwerke, Kunst- und Kulturgegenstände von Frankreich nach Deutschland gebracht worden sein. In langjähriger Arbeit hat die französische Autorin und Kunsthistorikerin Emmanuelle Polack diesem gigantischen kriminellen Kunsttransfer nachgespürt und neue Ergebnisse zutage gefördert. Ihre Indizien führen zu Galeristen, Sammlern, Händlern, Vertretern des NS-Regimes, Versteigerern, Konservatoren und einfachen Mittelsleuten. Den historischen Hintergrund bilden die von der Vichy-Regierung unter Marschall Pétain erlassenen antisemitischen Gesetze, die im besetzten Frankreich galten und von den französischen Behörden durchgesetzt wurden. Tausende von Kunstwerken aus dem Besitz verfolgter und deportierter Juden wurden geraubt oder zu Spottpreisen erworben.
Ein blinder Fleck des kollektiven Gedächtnisses, der an die aktuelle Restitutionsdebatte anknüpft. Erst 2020 begann der Louvre
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 17.06.2024 um 03:15 Uhr auf arte.