Starkregen - Die unterschätzte Gefahr

Film von Sebastian Bellwinkel

Quelle: Pressebild
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Schlagartig verdunkelt sich der Himmel, innerhalb kürzester Zeit endlädt er sich: Starkregen. Immer häufiger werden norddeutsche Kommunen von solchen Unwettern heimgesucht. Und die Gemeinden sind kaum darauf vorbereitet. Autor Sebastian Bellwinkel zeigt, dass kleine Kommunen mit den Herausforderungen durch den Klimawandel oftmals überfordert sind: Wegen der hohen Verschuldung fehlt meistens das Geld. Doch es gibt auch schon Lösungsansätze: Im Großraum Hildesheim/Goslar arbeiten mehrere Landkreise und Städte entlang von Flussläufen über Gemeindegrenzen hinweg zusammen.


Schlagartig verdunkelt sich der Himmel, innerhalb kürzester Zeit endlädt er sich: Starkregen. Immer häufiger werden norddeutsche Kommunen von solchen Unwettern heimgesucht. Und die Gemeinden sind kaum darauf vorbereitet.

Das hat sich auch im Sommer 2019 wieder gezeigt: Teile der Samtgemeinde Elm-Asse bei Wolfenbüttel beispielsweise wurden zwei Mal in kürzester Zeit von Wassermassen überflutet und zusätzlich mit Schlamm von den Feldern verdreckt. "Das ist schon ein komisches Gefühl und man fühlt sich eigentlich auch nirgendwo mehr sicher", sagt Samtgemeinde-Bürgermeisterin Regina Bollmeier in der "45 Min"-Dokumentation.

Der Deutsche Wetterdienst hat durch die Auswertung von Radardaten ermittelt, dass die Gefahr von Starkregen insbesondere in Norddeutschland bisher "deutlich unterschätzt" worden ist. Seit dem Jahr 2001 erfassen Radardaten alle Starkregenereignisse in Deutschland. Zuvor wurden nur die betroffenen Messstationen ausgewertet. Durch die neuen Daten zeigt sich für Meteorologen ein verändertes Bild: Intensiver Starkregen, der zwei, drei Stunden anhält, mit Gewittern und Unwetter verbunden ist, ist gleichmäßiger im Land verteilt als die Meteorologen bisher angenommen hatten. Auch in Norddeutschland gibt es eindeutig eine Gefährdung durch Starkregen. Es müsse mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit von Starkregen gerechnet werden als bisher angenommen, so die Experten.

Autor Sebastian Bellwinkel zeigt, dass kleine Kommunen mit den Herausforderungen durch den Klimawandel oftmals überfordert sind: Wegen der hohen Verschuldung fehlt meistens das Geld. Und das wenige Personal kann die Mammutaufgabe kaum stemmen. In der Not analysieren Bauamtsleiter und freiwillige Feuerwehr neuralgische Punkte in der Kanalisation, wo Rohre die Regenmengen nicht mehr fassen konnten und dann überlaufen.

Der Autor hat außerdem das Ehepaar Schrader im Harz besucht, dessen Haus vor zwei Jahren nach einem Starkregen unter Wasser stand und das zusehen musste, wie sich der Bau eines Regenrückhaltebeckens immer wieder verschob. Der nächste Starkregen kann das Anwesen, das die Schraders bis heute nicht fertig saniert haben, wieder unter Wasser setzen.

Prominente Meteorologen wie Sven Plöger und Frank Böttcher erläutern die durch den Klimawandel bedingten Hintergründe. Experten raten, Kommunen sollten mit professioneller Hilfe analysieren, wo bei Starkregen Gefahren drohen und ob dagegen zum Beispiel Regenrückhaltebecken oder größere Kanalrohre Abhilfe schaffen könnten.

Die Dokumentation zeigt auch, dass sich im Großraum Hildesheim/Goslar mehrere Landkreise und Städte in einem Verbund organisieren, um entlang von Flussläufen über Gemeindegrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. So teilen sie sich die Aufgaben und die Kosten. Aus der Reihe "45 Min"

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 28.09.2020 um 09:05 Uhr auf tagesschau24.

28.09.2020
09:05
Livestream
Audio-Format:stereo
Bild-Format:16:9
Farbe:farbe
Audio-Beschreibung: nein
Hörhilfe: ja
HDTV: nein
Logo-Event: nein
VPS:1601277300
Schlagwörter:Dokumentation/Reportage, Umweltfragen/Klima, Hochwasser
Alternative Ausstrahlungstermine:
28.09.2020 09:05 Uhr tagesschau24
25.09.2020 04:02 Uhr tagesschau24
24.09.2020 10:05 Uhr tagesschau24
01.12.2019 01:15 Uhr tagesschau24
30.11.2019 20:15 Uhr tagesschau24
30.11.2019 12:15 Uhr tagesschau24