betrifft - Wald in Not - Was hilft dem grünen Patienten?

Film von Kai Diezemann und Manfred Ladwig

Quelle: Pressebild
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Was wäre, wenn sich große Teile der baumreichen Regionen im Südwesten zwischen Hunsrück und Schwarzwald in einigen Jahrzehnten in öde Brachen und Steppen verwandeln würden? Das "Wald-Untergangsszenario" ist inzwischen leider nicht nur Horrorvision, sondern eine höchst beunruhigende Möglichkeit. Den Extremwetterlagen von langen Dürreperioden, Stürmen und Starkregen, die der fortschreitende Klimawandel mit sich bringt, ist der Wald im wahrsten Sinne nicht gewachsen. Es muss etwas geschehen. Aber was? Kai Diezemann und Manfred Ladwig gehen der Frage nach: Was hilft dem grünen Patienten? Wie könnte er aussehen, der Wald der Zukunft?


Was wäre, wenn sich große Teile der baumreichen Regionen im Südwesten zwischen Hunsrück und Schwarzwald in einigen Jahrzehnten in öde Brachen und Steppen verwandeln würden? Das "Wald-Untergangsszenario" ist inzwischen leider nicht nur Horrorvision, sondern eine höchst beunruhigende Möglichkeit. Den Extremwetterlagen von langen Dürreperioden, Stürmen und Starkregen, die der fortschreitende Klimawandel mit sich bringt, ist der Wald im wahrsten Sinne nicht gewachsen. Es muss etwas geschehen. Aber was?

September 2019 im Westerwald: Förster Friedbert Ritter hält seine Hand ans Ohr und lauscht in die Baumkrone. Er nimmt ein leichtes Rieseln wahr. Was er hört, ist das Geräusch fallender Nadeln. So klingt es, wenn Fichten sterben. Schon den zweiten Sommer in Folge brütete die Hitze über Deutschland. Die Wälder litten unter dem Trockenstress und ein Schädling, der Borkenkäfer, hatte bereits vergangenen Sommer große Teile der Fichtenwälder in seinem Revier zerstört - das liegt bei Neuhäusel im Westerwald und ist 15.000 Hektar groß.

Friedbert Ritter musste außerplanmäßig rund 100.000 Fichten fällen lassen. Er wollte das vom Käfer massenhaft geschädigte Fichtenholz noch am Markt losschlagen, selbst zu Niedrigstpreisen. Es war ein Wettlauf mit der Zeit. Nur wenn es gelänge, das infizierte Holz rechtzeitig aus dem Wald heraus zu bekommen, würden die noch gesunden Fichten überleben, hoffte Ritter. Eine gewaltige Aufgabe.
Was hilft dem Wald in Not? Expertinnen und Experten streiten darüber. Beim Kampf gegen den Borkenkäfer und überhaupt.

Der Waldökologe Prof. Pierre Ibisch plädiert dringend dafür, vom Borkenkäfer befallenes Holz im Wald liegen zu lassen und es als Teil des Ökosystems Wald zu begreifen. Seine Kritik am Katastrophen-Management im Wald ist grundsätzlicher Art. Vor allem die industrielle Form der Holzwirtschaft sei ein wichtiger Grund dafür, dass die Wälder äußerst empfindlich auf den Wandel des Klimas, auf Trockenheit und Hitzephasen reagierten. "Wir müssen aufhören, den Wald als Plantage zu sehen. Stattdessen sollten wir mehr naturnahen Wald zulassen". Er fordert eine andere Art der Forstwirtschaft. Es gelte, einen Systemwechsel zu schaffen.
Friedbert Ritter und Piere Ibisch sorgen sich beide um den Wald und wollen ihn retten. Aber jeder auf seine Art.

Die SWR Autoren Kai Diezemann und Manfred Ladwig begleiten die beiden Waldexperten. Sie machen sich auf eine Spurensuche. Sprechen mit Försterinnen und Förstern, Forscherinnen und Forschern sowie Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern. Sie gehen der Frage nach: Was hilft dem grünen Patienten? Wie könnte er aussehen, der Wald der Zukunft? Die journalistischen Filme der Reihe "betrifft:" zeigen Entwicklungen auf, beziehen Standpunkt, liefern Analysen und erzählen Geschichten einzelner Menschen emotional nah am Zuschauer.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 16.09.2020 um 10:15 Uhr auf tagesschau24.

16.09.2020
10:15
Livestream
Audio-Format:stereo
Bild-Format:16:9
Farbe:farbe
Audio-Beschreibung: nein
Hörhilfe: ja
HDTV: nein
Logo-Event: nein
VPS:1600244100
Schlagwörter:Dokumentation/Reportage, Natur, Umweltfragen/Klima
Alternative Ausstrahlungstermine:
16.09.2020 10:15 Uhr tagesschau24
14.09.2020 19:15 Uhr tagesschau24
12.09.2020 11:15 Uhr tagesschau24
10.09.2020 10:30 Uhr SWR
09.09.2020 20:15 Uhr SWR