Akte D - Banken außer Kontrolle

Ein Film von Tom Ockers

Quelle: ARD-Pressebild

Seit der Finanzkrise wissen die Deutschen, wie sehr Großbanken die Politik erpressen können. Die Bankenrettung sei alternativlos gewesen, behauptet die Bundesregierung, weil ein Scheitern der Finanzwirtschaft eine tiefe Wirtschaftskrise nach sich gezogen hätte. Millionen Arbeitsplätze hätten auf dem Spiel gestanden.

Die Politik versprach damals, die Banken künftig stärker zu kontrollieren, um weitere milliardenschwere Rettungsaktionen mit Steuergeldern auszuschließen. Doch nach anfänglichen Fortschritten tauchen inzwischen mehr und mehr Hinweise auf, dass der Versuch, die Banken an die Kette zu legen, abermals scheitern könnte.

Im Film äußert sich zum ersten Mal Andreas Dombret, der sich als Vorstand der Deutschen Bundesbank entscheidend mit der Kontrolle der Banken beschäftigt hat. Einst selbst Investmentbanker, wechselte er nach der Finanzkrise die Seiten. Er bestätigt, dass es inzwischen Kräfte gebe, die eine Regulierung der Banken rückgängig machen wollten. Dombret hält es für unabdingbar, dass Staaten ihre Banken in guten Zeiten streng kontrollieren, damit Auswüchse wie zur Zeit der Finanzkrise vermieden werden können.

Eine effektive Regulierung von Banken aber hat es in Deutschland eigentlich zu keiner Zeit gegeben. Mit eindrucksvollem Archivmaterial zeigt der Film, wie die deutsche Bankenwelt entstanden ist und wie sie sich immer wieder einer Kontrolle durch den Staat entzogen hat. Von Beginn an verfolgten Großbanken wie die Deutsche Bank, Commerzbank oder Dresdner Bank das Ziel, ihre Geschäfte niemandem unterzuordnen.

Im Gegenteil: Durch vielfältige Beteiligungen dehnten sie ihre Macht immer weiter aus. So wuchs ihr Einfluss auf die deutsche Wirtschaft - und damit auf die Politik. Die Regierungen schauten meist nur hilflos zu oder trugen durch Gesetzesänderungen oder gar Steuergeschenke zu einer weiteren Verschärfung der Lage bei.

Doch seit der Finanzkrise ist das Spiel ein anderes geworden. Das Ansehen der großen Banken hat schwer gelitten - zudem sehen sie sich heute mit dem Wunsch der Wähler konfrontiert, dass die Politik ihre Macht endlich wirkungsvoll beschneidet. Doch wird das tatsächlich gelingen? "Akte D" ist eine investigative Dokumentationsreihe, die den Zuschauer auf Spurensuche in die Vergangenheit mitnimmt, verdrängte Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte neu beleuchtet und mit Mythen und Legenden aufräumt. Die erste Staffel dieses Formats wurde 2015 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 14.08.2019 um 22:55 Uhr auf WDR.

14.08.2019
22:55
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Schlagwörter:Dokumentation/Reportage, Wirtschaft, Politik, Deutschland, Geschichte
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14.08.2019 22:55 Uhr WDR