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Wir hatten nichts zu verlieren

Die Dombesetzer von Erfurt
Montag, 12.08.2019 02:40 Uhr
MDR
Montag
12.08.2019
02:40 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Erfurt im Mai 1988: Mehrere Familien aus Sömmerda und Erfurt besetzen den Mariendom. Nach dem Gottesdienst bitten sie um Kirchenasyl. Sie fordern die Genehmigung ihrer Ausreiseanträge und wollen ein Zeichen gegen Behörden- und Stasi-Willkür setzen.
Es beginnen Stunden der Angst. Die Besetzer und ihre Kinder durchleben Tage der Furcht, aber auch des mutigen Aufbegehrens. Der Mariendom wird weiträumig abgesperrt. Kein Wort, kein Zeichen soll nach außen dringen. Einzig die Kirchenleitung, der Weihbischof, der Generalvikar und auserwählte Mitarbeiter dürfen die Kirche betreten.
Sie versorgen die Familien mit Decken, Kleidung, Lebensmitteln und Spielzeug. Nur eines können sie nicht bringen: Gute Nachrichten. Die Telefondrähte zwischen Erfurt und Berlin glühen. Doch die Fronten verhärten. Erich Mielke persönlich wird eingeschaltet. Die Staatssicherheit droht, das Gotteshaus zu stürmen.
Doch der bevorstehende Evangelische Kirchentag mit internationalen Gästen lässt die Parteioberen einlenken. Nach drei Tagen wird den Forderungen der Besetzer nachgegeben. Die Bedingung: Absolutes Stillschweigen gegenüber jedermann.
Zum ersten Mal sprechen sie in der Öffentlichkeit über die Aktion, eine bis heute nicht erzählte Geschichte über Mut, Resignation und Hoffnung. Film von Hans Sparschuh und Rainer Burmeister

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 12.08.2019 um 02:40 Uhr auf MDR.

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Dokumentation/Reportage, Geschichte, Deutschland, DDR