Carmine Gallone

Carmine Gallone, eigentlich Carmelo Camillo Gallone, (* 18. September 1886 in Taggia, Provinz Imperia; † 4. April 1973 in Frascati) war ein italienischer Filmregisseur.

Carmine Gallone begann seine berufliche Laufbahn 1911 als Autor und Übersetzer am Teatro Argentina in Rom. 1913 kam er als Regisseur zum Film und etablierte sich 1914 bei der Filmproduktionsgesellschaft Cines. In vielen seiner frühen Filme spielte die bedeutende italienische Stummfilmdarstellerin Lyda Borelli (1884–1959) die weibliche Hauptrolle.

Seit 1927 arbeitete Carmine Gallone in erheblichem Umfang auch im europäischen Ausland, etwa in Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Österreich und Deutschland. Nachdem er 1927 für die Berliner Lothar Stark GmbH den Film Die Stadt der tausend Freuden gedreht hatte, inszenierte er für die Erda-Film GmbH im folgenden Jahr den Olga-Tschechowa-Film Liebeshölle und den Liane-Haid-Film Schiff in Not S. O. S. 1929 folgte Das Land ohne Frauen mit Elga Brink und Mathias Wieman. Gallones erster Tonfilm war eine deutsch-britische Koproduktion, Neapel – Die singende Stadt (1930), die – wie in dieser Zeit üblich – in zwei verschiedenen Sprachversionen gedreht wurde. Neben Brigitte Helm trat darin erstmals Jan Kiepura auf, den Gallone mit diesem Film als neuen europäischen Gesangsstar etablieren konnte.

Auch nach dem nationalsozialistischen Regierungsantritt 1933 setzte Gallone seine Arbeit für deutsche Filmproduktionsunternehmen fort. 1934 inszenierte er mit Jan Kiepura und Marta Eggerth für Arnold Pressburgers Cine-Allianz Tonfilm den Musikfilm Mein Herz ruft nach dir, der von der Filmprüfstelle das Prädikat Wertvoll erhielt. Ein Jahr später drehte er mit Paul Hörbiger und Sybille Schmitz das Lustspiel Wenn die Musik nicht wär’ (1935). In der deutsch-italienischen Koproduktion Mutterlied (1937) arbeitete Gallone erstmals mit dem Tenor Beniamino Gigli zusammen. Gigli spielt darin einen Bühnensänger, in dessen Privatleben opernhafte Dramatik einzieht, als er eine Frau mit Vergangenheit heiratet. Der nächste Film mit Gigli – Dir gehört mein Herz (1938) – war ein Verwechslungslustspiel um einen Star-Tenor, der inkognito einen ungestörten Urlaub auf dem Land zu verbringen versucht. Gallones vorläufig letzte Arbeit für eine deutsche Produktionsfirma war die deutsch-italienische Koproduktion Die Premiere der Butterfly (1939) mit der moldauisch-österreichischen Sopranistin Maria Cebotari in der Titelrolle. Im Gegensatz zu vielen anderen seiner Kollegen hat Carmine Gallone im NS-Deutschland keine Propagandafilme gedreht.

Nachdem er sich als Regisseur aufwändiger Monumental- und Kostümfilme wie Gli ultimi giorni di Pompeii (1926), E lucevan le stelle und Casta Diva (beide 1935) empfohlen hatte – zu Recht wird er häufig mit Cecil B. DeMille verglichen –, wurde Gallone 1936 für die Inszenierung von Mussolinis Staatsauftragsfilms Scipione l’africano ausgewählt. Dieser patriotische Heldenfilm aus der Zeit der Punischen Kriege, dessen Hauptrollen Annibale Ninchi und Camillo Pilotto übernahmen, war der teuerste Film, der im faschistischen Italien produziert wurde. Gallones eigentliches Markenzeichen waren jedoch Opernfilme und Musikerbiografien wie Giuseppe Verdi (1938), Il sogno di Butterfly (1939), Manon Lescaut und der Mozart-Film Melodie eterne (beide 1940).

Um sich von dem Propagandafilm Scipione l’africano zu distanzieren, inszenierte Carmine Gallone nach Kriegsende den großen antifaschistischen Film Avanti a lui tremava tutta Roma (1946) mit Tito Gobbi und Anna Magnani in den Hauptrollen. Daneben drehte er weiter Opernfilme wie Rigoletto (1946), Addio Mimí, La signora dalle camelie (beide 1947), La leggenda di Faust (1948), Il trovatore (1949), Puccini (1952), Cavalleria rusticana (1953), Madama Butterfly (1954) Tosca (1956) und Carmen di Trastevere (1963). Anders als später Franco Zeffirelli, der für seine Opernfilme Sänger vor die Kamera holte, besetzte Gallone die Hauptrollen meist mit Schauspielern, die dann in den Gesangspartien eine Synchronstimme erhielten. Zu hören – und manchmal auch zu sehen – waren in Gallones Nachkriegsfilmen u. a. Nerio Bernardi, Giuseppe Campora, Maria Caniglia, Franco Corelli, Tito Gobbi, Caterina Mancini, Orietta Moscucci, Lina Pagliughi, Franca Sacchi, Antonio Salvarezza und Italo Tajo. Neben einigen weiteren Kostüm- und Monumentalfilmen (Der Kurier des Zaren, 1956, mit Curd Jürgens; Karthago in Flammen, 1960) drehte er in zunehmendem Umfang auch Kassenschlager wie etwa zwei Spielfilme aus der sechsteiligen „Don-Camillo“-Serie mit Fernandel und Gino Cervi.

Carmine Gallone war seit den 1910er Jahren mit der polnischen Schauspielerin Stanislawa Winaver (Soava Gallone, 1880–1957) verheiratet, die auch in vielen seiner frühen Filme erschien.

Quelle: Wikipedia

Details

Vorname:Carmine
Geburtsdatum:10.09.1885 (♍ Jungfrau)
Geburtsort:Taggia
Sterbedatum:11.03.1973
Sterbeort:Frascati
Nationalität:Italien
Geschlecht:♂männlich
Berufe:Filmregisseur, Drehbuchautor, Filmproduzent,

Merkmalsdaten

GND:119353199
LCCN:N/A
NDL:N/A
VIAF:44489403
BnF:N/A
ISNI:N/A
LCNAF:nr97043378
Filmportal:N/A
IMDB:nm0303120
Datenstand: 23.10.2020 13:24:38Uhr