Wartungsarbeiten:
Wir arbeiten gerade intensiv an der neuen Version - daher kann es hier zu kleineren Problemen kommen. Wir bitten dies zu entschuldigen. Danke.

Die Zivilisationsbringer

In Guatemala gibt es seit 150 Jahren eine kleine, aber einflussreiche Deutsche Gemeinde. Die Einwanderer kamen in den 1850er Jahren. Der Kaffeeboom, Fleiß und Tüchtigkeit machten sie reich. Im Glauben einer höheren Kultur anzugehören, zwingen sie den Einwohnern Guatemalas ihr Zivilisationsmodell auf. Nach wenigen Jahren besitzen sie die fruchtbarsten Ländereien, nahezu die gesamte Infrastruktur und das Handelsmonopol. / Die alten Kaffebarone führen durch ihre Pflanzungen und Salons, Einzelne werden porträtiert, Familienchroniken ziehen sich durchs Jahrhundert. Sie zeigen alte Filme und verblaßte Fotos. Aus ihren Geschichten entsteht die Geschichte der Kolonisierung. Am Parton vorbei gleitet der Blick in den Hintergrund. Sie pflückten seit jeher den Kaffee, fegen den Hof, sortieren Kardamom und ertragen sogar die tätschelnde Hand auf dem Kopf: die Anderen, die Indígenas. / Als die deutschen Herren während des Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) enteignet und in den USA interniert wurden, verschwanden die Hakenkreuze und die Zwangsgesetze von den Plantagen. Die großen Familien jedoch holten ihren Besitz zurück und versteckten ihre Namen hinter anonymen Firmenschildern. Große deutsche Konzerne etablieren sich und machen Millionengewinne. Ausgelassen und selbstbewußt führt uns die neue Generation durch ihre abgeschottete Büros und Clubs, präsentiert stolz die positive Handelsbilanz. Die deutschen Tugenden verheißen noch immer Erfolg. Doch dieser Erfolg ist inhaltslos und beschreibt das Ausmaß der Zerstörung, denn der Bilck ist weitergewandert. Seit der Eroberung werden die Indìgenas masskariert und christianisiert. Die Entwicklung und die noch junge Demokratie degradiert sie zu Fremden im eigenen Land. Zwei Lebensmodelle und Visionen werden zum eigentlichen Thema des Films. Weitgehend kommentarlos beschreibt der Film Positionen des Zwanzigsten Jahrhunderts, die durch die Zeiten zwar moduliert, nicht jedoch verändert wurden. Der Film kreist um Fragen der Macht, der Identität, der Zivilisation.Nach Beendigung des Bürgerkriegs 1998 führen die Autoren den Film unter widrigen Bedinungen in Guatemala auf. Die Vorführungen konnten teilweise nur mit UNO-Aufsicht stattfinden und entfachten hitzige Diskussionen. Der Bericht zeigt die Aufführung des Films in Alta Verapaz. Im Anschluß kommen die Zuschauer zu Wort, die Meinungen sind geteilt.

Quelle: Haus des Dokumentarfilms
    Kategorie:GESELLSCHAFT UND SOZIALES, KULTUR, WIRTSCHAFT,
    Schlagwörter:Einwanderung, Guatemala, Geschichte, Zwanzigstes Jahrhundert, Wirtschaft, Deutsche, Zivilisation, Dokumentarfilm, Einwanderung, Geschichte, Wirtschaft, Deutsche, Zivilisation,
    Filmstart:31.01.2002
    Untertitel:Deutsche in Guatemala
    Genre:
    Originalsprache:
    Länge:90'00"
    Archivformat:Super VHS;
    Produktionsland:
    Altersfreigabe:
    PersonRolle/Artdeutsche Synchronstimme
    RegieStelzner, Uli
    RegieWalther, Thomas
    DrehbuchStelzner, Uli
    DrehbuchWalther, Thomas
    SchnittWalther, Thomas
    KameraWalther, Thomas
    TonStelzner, Uli
    RedaktionStewens, Simone
    ProduktionsleitungISKA,
    SprecherMeister, Tobias
    SprecherMüller, Uwe
    SprecherTraglehm, Christa