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youngdok #9
Into America
Feldforschung in einem unbekannten Amerika

gezeigt am 19. März 2014 um 19:30 Uhr im Haus des Dokumentarfilms



Into America. The Ancestors‘ Land“ von Nadine Zacharias war der Film des neunten YoungDOK-Abends. Ein ethnographischer Roadmovie, der den Zuschauer mitnimmt auf die Heimreise des jungen Navajo Angelo und seiner Großmutter Helen.

Ein ungleiches »Paar« macht sich auf die lange Heimreise quer durch die Vereinigten Staaten, von der pulsierenden Wassermetropole Seattle am Pazifik zum Land seiner Vorfahren in der Navajo-Reservation im entlegenen Südwesten. Ein Film mit cineastischen Bildern über Heimat, Unterdrückung eines Volkes und Generationsaustausch. Ein Film, der zu vielen Fragen anregt – wie gemacht für einen YoungDOK-Abend. Der junge Navajo Angelo, der schon sein Leben lang zwischen diesen Welten pendelt, und seine Großmutter Helen, eine beeindruckende Geschichtenerzählerin, die sich bis heute der englischen Sprache und dem anglikanischen Lebensstil entzogen hat, navigieren sich durch die Ungereimtheiten der USA. 

Fünf Tage fahren sie quer durch die USA in das Land ihrer Vorfahren. Viel Zeit um Geschichten auszutauschen zwischen den beiden Generationen, die immer eng verwoben werden mit dem Land durch das sie fahren. Ein Land voller bildgewaltiger Weiten, in denen man als Zuschauer dank Kameraarbeit von Max von Matthiesen ausgiebig und genussvoll schwelgen kann. Ungewöhnliche Begegnungen und alte Erzählungen preisen das traditionelle Leben auf dem Land der Ahnen und zeichnen die dramatische Familiengeschichte von Helen und Angelo nach: eine Geschichte der Gewalt, deren Ende noch nicht geschrieben ist.

Ethnographischer Roadmovie? Das war das Fragezeichen des Abends, denn diesmal spannten die Organisatorinnen den Bogen etwas weiter um den Film. Was macht einen ethnographischen Film aus? Wo ist die Trennlinie zum klassischen Dokumentarfilm? Und wie lässt sich „Into America“ darin einordnen? 

Nadine Zacharias ist studierte Ethnologin und hat im Rahmen ihres Studiums (Bildungs- und Wissenschaftsfilm) an der Filmakademie Baden-Württemberg diesen Film realisiert. Der ethnographische Film hat eine lange Tradition und hängt in besonderer Weise mit dem Dokumentarfilm zusammen. „Vielleicht hätte ein klassischer Dokumentarfilmer andere Entscheidungen zugunsten der Dramaturgie getroffen.“ Wichtig sei ihr aber immer gewesen den Protagonisten und Geschichten so viel Raum zu geben, wie sie benötigten. Die Interaktion mit Angelo und Helen war ihr sehr wichtig. Nadine werde weitern versuchen ihre beiden Leidenschaften – die Wissenschaft und die (Film)Kunst miteinander zu vereinen und sieht darin auch durchaus keinen Widerspruch.



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