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youngdok #3 
Handyfilme

gezeigt am 04. Juli 2013 um 19Uhr im Haus des Dokumentarfilms


Max Schleser, der das Handyfilm-Netzwerk MINA aufgebaut hat, diskutierte mit SWR-Reporter Jürgen Rose (»Hungerlohn am Fließband«) an YoungDOK #3 über Handyfilme. Immer mehr mit Handykameras gefilmte Bilder schaffen es in die Tagesschau oder sogar auf die ganz große Leinwand. Sie tragen eine ganz eigene Ästhetik. Diese, so schwärmt Wim Wenders, könne man mit normalen Filmkameras »ums Verrecken nicht eingefangen bekommen«. Selbst Oscarwürden haben die Bilder aus dem Smartphones erhalten: der preisgekrönte Dokumentarfilm »Searching for Sugarman« wurde aus Kostengründen zum Teil mit Videos aus einem iPhone gedreht.

Das neue Filmformat unterstützt aber auch Demokratiebewegungen. Vom »Ägyptischen Frühling« bis zu den jüngsten Ereignissen in der Türkei haben Menschen mit der Technik der »Immer-dabei-Kameras« Ereignisse dokumentiert, die früher unter Ausschluss der Öffentlichkeit abliefen. Politik bekommt so eine ganz neue Dynamik.

Was ist die besondere Ästhetik der Handybilder? Worin genau liegt das spezielle Potential dieses Filmformats? Und ist es nur kurzlebiger Trend, smarte Marketingstrategie großer Handyfirmen oder gar ein ganz neues Filmgenre?

Zu Gast war Max Schleser, der in Neuseeland lebt und dort das Netzwerk MINA (www.mina.pro) aufbaut. Er ist einer der ersten Handyfilm-Spezialisten, organisiert Screenings und forscht über dieses neue Phänomen. Außerdem macht er selber Handyfilme. Ebenfalls zu Gast war SWR-Reporter Jürgen Rose, der vor kurzem mit seiner Doku »Hungerlohn am Fließband« für Furore sorgte. Er deckte dabei auf, dass bei Daimler Leiharbeiter weit unter dem Mindestlohn beschäftigt werden. Die Bilder fing er dabei mit einerversteckten Handykamera ein.