Code of Survival – Die Geschichte vom Ende der Gentechnik

2017

Bertram Verhaag beschäftigt sich in seiner neuen Dokumentation mit dem umstrittenenen Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat. Millionen Tonnen des Herbizids werden jährlich in der weltweiten Landwirtschaft eingesetzt mit unabsehbaren Folgen für die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Rezension zu Code of Survival – Die Geschichte vom Ende der Gentechnik
Thomas Schneider
Thomas Schneider
Online-Redakteur im Haus des Dokumentarfilms

Der international anerkannte Dokumentarfilmemacher Bertram Verhaag beschäftigt sich mit seiner Produktionsfirma DENKmal Film schon seit langer Zeit mit den Nachteilen industrieller Landwirtschaft durch künstlichen Dünger, Pestiziden, Herbiziden und genveränderten Pflanzen. In vielen seiner Filme zeigt er die zerstörerischen Folgen einer solchen auf Profit orientierten Landwirtschaft auf. Mit Glyphosat vergiftete Böden, resistente Superunkräuter und verseuchtes Getreide sind das Resultat. Ihn interessiert eine Alternative zu dieser Fehlentwicklung und er sucht nach Lösungen. Verhaag hat schon viele Filme gemacht über Ökobauern oder das Tierwohl in der alternativen Landwirtschaft. Zu den größten Erfolgen im Kino zählte 2014 „Der Bauer und sein Prinz“ über den englischen Prinzen Charles, der die Vision hat, die Welt ökologisch zu ernähren und die geschundene Natur zu heilen. Seit über 30 Jahren erprobt er dies Konzept auf seinem Anwesen mit seinem charismatischen Farmmanager David Wilson. Sie beweisen, dass es klappt.

Ein ähnliches Ziel verfolgt Bertram mit seinem neuen Film „Code of Survival. Die Geschichte vom Ende der Gentechnik“. Vor allem in den USA untersucht er die Folgen gentechnisch veränderter Pflanzen, die einige für die Lösung der Herausforderungen einer wachsenden Weltbevölkerung sehen. Doch es geht auf Kosten der Böden und der Natur. Immer mehr Dünger und Pflanzengift muss eingesetzt werden, um zu großen Erträgen zu kommen. Es verdient nicht der einzelne Bauer daran, sondern letztlich die internationalen Konzerne wie Monsanto oder Bayer, die im Moment fusionieren. 

Diesem ökologischen Wahnsinn, der letztlich die Zukunft unseres Planeten gefährdet, setzt Verhaag drei nachhaltige Projekte entgegen: Die Teeplantage „Ambootia“ in Indien in der überwältigenden Landschaft von Darjeeling/Himalaya. In 2000 m Höhe erleben wir, wie nachhaltige ökologische Landwirtschaft eine ganze Region rettet. Die ökologische Anbauweise verhindert das Abrutschen der durch den Kunstdüngereinsatz erkrankten Teegärten. Das Projekt „Sekem“ in Ägypten hat der alternative Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish ins Leben gerufen. Vor 40 Jahren fing er mitten in der Wüste an, eine biologische Farm aufzubauen. Sie beweist eindrücklich, wie man Wüste in fruchtbaren Boden verwandeln kann und dabei eine Biodiversität von Fauna und Flora erreicht. Der unbeugsame Bayer Franz Aunkofer war einer der ersten Biobauern in Deutschland. Er war auf alle Fälle der erste biologische Schweinemäster. Durch seine Pionierarbeit erwirtschaftet er inzwischen denselben Ertrag wie im konventionellen Anbau – ohne einen Tropfen Gift. 

Der herausragende Dokumentarfilm „Code of Survival“ konfrontiert in starken Bildern die Auswirkungen des giftgestützten Anbaus mit der heilende Kraft der ökologischen Landwirtschaft. Darin sieht Verhaag die Perspektiven für unsere zukünftige Ernährung: „Wir als Verbraucher haben die Pflicht, den Generationenvertrag einzuhalten und unseren Kindern eine Welt zu überlassen, von der sie sich ernähren können.“

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Kinostart:01.06.2017 in Deutschland
weitere Titel:
Code of Survival – Die Geschichte vom Ende der Gentechnik
Genre:Dokumentarfilm
Herstellungsland:Deutschland
Originalsprache:Deutsch, Englisch
IMDB: 8
Regie:Bertram Verhaag
Kamera:Waldemar Hauschild
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Rezensionen:

Datenstand: 16.02.2019 05:16:14Uhr