Der Irankrieg hat die Energiekosten sprunghaft nach oben getrieben und damit die Inflation
heftig angeheizt. Auch wenn die Spritpreise seit Donnerstag fallen, kann niemand sagen, ob
dieser Trend auf Dauer anhält. Zu volatil ist die Lage. Demensprechend verstummen die
Stimmen auch nicht, die eine echte und nachhaltige Entlastung für Bürger und Unternehmen
fordern. Zurecht oder handelt es sich dabei um blinden Aktionismus, wie
Bundeswirtschaftsministerin Reiche sagt.
Bundeskanzler Merz hat kurzfristigen Entscheidungen diese Woche eine Absage erteilt, aber
vielleicht ringt sich die Regierung am Sonntag im Koalitionsausschuss doch zu einer
gemeinsamen Linie durch. Zur Erinnerung: Im Koalitionsvertrag hatte sie versprochen, die
Einkommenssteuer für kleine und mittlere Einkommen zu senken, um die finanzielle Belastung
dieser Haushalte zu reduzieren. Das war im Frühjahr 2025 und lange, bevor der Krieg im
Nahen Osten absehbar war. Aber das hat Erwartungen geweckt, was wird jetzt daraus? Parallel
arbeitet die Regierung an einem großen Reformpaket, um die Wirtschaftslage zu verbessern.
Die Aussichten haben sich aufgrund des Irankrieges deutlich verschlechtert. Die Folge: Weniger
Steuereinnahmen, was das Haushaltsloch, das sich bis 2029 auf bis zu 140 Milliarden Euro
aufsummiert, voraussichtlich noch vergrößern wird. Kann es vor dem Hintergrund überhaupt
Entlastungen für die Bürger geben? Und wenn ja, wie sollten diese gegenfinanziert werden? Im
Gespräch ist eine Anhebung der Mehrwertsteuer oder des Spitzensteuersatzes. Oder geht kein
Weg an Einsparungen im Bundeshaushalt vorbei?
Darüber diskutiert WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn mit den Gästen
- Angelika Hellemann (BILD am Sonntag)
- Julia Löhr (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
- Jörg Quoos (FUNKE)
- Jörg Wimalasena (freier Journalist)
Sendehinweis: 12.04.2026, 12:00 Uhr
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 13.04.2026 um 10:45 Uhr auf Phoenix.