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Neue Meister, altes Handwerk (5/5)

Der Köhler

Quelle: ARD-Pressebild

Obwohl die Köhlerei in Deutschland heute fast als ausgestorben gilt, hat Marcus Waldinger schon als Zwölfjähriger die Leidenschaft für dieses aus dem Mittelalter stammende Handwerk entdeckt. Tagelang wacht er mitten im Wald auf seinem rauchenden dampfenden Meiler, um hochwertige Holzkohle zu erhalten. Wie eine Prinzessin, erklärt Marcus, müsse er den Meiler behandeln.
Allein der Aufbau des Meilers ist schon eine Wissenschaft für sich: Auf einer lehmhaltigen Bodenplatte werden etwa 160 Tonnen Holz um die Quandel - einen Schacht aus Stöcken - gestapelt, oben mit Grassoden, frischem Wiesenheu und Kohlerde abgedeckt und schließlich in dem Kamin - der Quandel - entzündet. An der Farbe des Rauches muss Marcus den Zustand im Inneren erkennen und ablesen, was der Meiler braucht. Nach fünf langen Tagen und Nächten ist die Kohle fertig und die Ernte kann beginnen. Marcus setzt auf Nachhaltigkeit: Das Buchenholz kommt aus Wäldern im Umkreis von 20 Kilometern. Bei einem Grillfest demonstriert der Grillmeister, dass sich die hochwertige Holzkohle durch einen hohen Brennwert auszeichnet und daher rückstandsfrei und geruchlos verbrennt. Auch als Dünger sei seine Kohle einsetzbar, so Marcus zu einem benachbarten Landwirt. Zu seinen Kunden und Kundinnen pflegt er engen Kontakt, weil er vermitteln möchte, dass der Prozess des Kohlemachens etwas Besonderes ist. 30 Tonnen Holzkohle produziert der passionierte Köhler mit Unterstützung seiner Familie jedes Jahr und seine Leidenschaft ist ansteckend. Die 16-jährige Tochter hat schon gemeldet: Sie will auch Köhlerin werden!

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Schlagwörter:Dokumentation/Reportage, Menschen im Alltag, Porträt/Biografie, Ausbildung/Beruf